0 Bewertungen
14.12.2007 
Liquidität schaffen

Französischer Superfonds kommt Anfang 2008

von Holger Alich

In enger Abstimmung mit der französischen Börsenaufsicht AMF arbeiten Frankreichs Banken an der Schaffung einer Art „Superfonds“: Mit dieser Initiative wollen sie Investmentgesellschaften Liquidität verschaffen und weitere Fondsschließungen verhindern.

PARIS. Die Arbeiten an diesem Vehikel des Finanzplatzes Paris kommen gut voran. „Wir wollen im ersten Quartal des nächsten Jahres unsere Lösung der Öffentlichkeit vorstellen“, verlautete aus Finanzkreisen, Offiziell will sich niemand von den französischen Großbanken zu dem Thema äußern.

Der französische Superfonds hat eine vollkommen andere Zielrichtung als das geplante Vehikel in den Vereinigten Staaten. In Frankreich soll der neue, gemeinsam finanzierte Fonds im Krisenfall Investmentfonds mit Forderungen besicherte Anleihen wie ABS-Anleihen abnehmen, damit die Fonds Liquidität bekommen, um Mittelabflüsse finanzieren. In den USA soll dagegen der von der Regierung geplante Superfonds den Banken helfen, sich von Krisenpapieren wie ABS zu befreien.

Der Hintergrund in Frankreich ist ein anderer: Hier waren im Zuge der Finanzkrise einige französische Fonds in Schwierigkeiten geraten, da sie wegen der Marktturbulenzen zeitweise ihre Aktiva nicht mehr zu Geld zu machen konnten, um Anleger auszuzahlen. Aus diesem Grund mussten zum Beispiel die Vermögensverwaltungstochter von Oddo und auch die Großbank BNP Paribas im Sommer zeitweise dynamische Geldmarktfonds schließen. Die Fonds konnten ABS-Papiere nicht verkaufen, da es am Markt teilweise keine Preise mehr für solche Wertpapiere gab. Sollten solche Situationen erneut auftreten, soll künftig der französische Superfonds den Investmentfonds aushelfen und forderungsbesicherte Wertpapiere übernehmen. Auf diese Weise sollen neue Fondsschließungen vermieden werden, die das Vertrauen der Privatanleger untergraben. „Es werden aber klare Kriterien und Prozesse definiert werden, welche Wertpapiere das neue Vehikel übernehmen kann“, hieß es in Verhandlungskreisen. „Der Fonds nimmt nicht alles.“ Auf diese Weise soll verhindert werden, dass Investmentfonds ihre fehlgeschlagenen Wetten auf Kosten des Finanzplatzes entsorgen.

Das Volumen für den Finanzplatz-Fonds steht noch nicht fest und soll sich am Bedarf ausrichten. „Der Bedarf ist derzeit sehr gering“, verlautete aus Finanzkreisen. Die Banken würden sich verpflichten, einen bestimmten Anteil dieses Fonds zu finanzieren.

Artikel bewerten:
  • 1 Stern
  • 2 Sterne
  • 3 Sterne
  • 4 Sterne
  • 5 Sterne
Anzeige
Anzeige

weiterImmobilien + Vorsorge

Jena kämpft um Investoren  Artikel in Merkliste

07.07.2008, 08:15 Uhr

Die thüringische Universitätsstadt Jena will künftig intensiver um Immobilieninvestoren werben. "Die Vermarktungspolitik der letzten Jahre war zu wenig aktiv", meint Thomas Dirkes, Werkleiter des Eigenbetriebs Kommunale Immobilien Jena. Besonders die hohe Wirtschaftskraft und niedrige Leerstände in Miethäusern wecken Interesse von Immobilien-Anlegern. Artikel


Anzeige