Die Gerüchte um einen von der Investmentbank Goldman Sachs geplanten Hedge-Fonds verdichten sich. Bereits im November soll das Institut angeblich geplant haben, mehrere Milliarden Dollar dafür einzusammeln. Ein neuer Medienbericht geht noch weiter: Goldman Sachs plane den größten Hedge-Fonds aller Zeiten, heißt es dort.
HB NEW YORK. Der Fonds solle ein Volumen von zehn Mrd. Dollar (6,9 Mrd Euro) haben, berichtete die Finanznachrichtenagentur Bloomberg am Montag unter Berufung auf mit den Plänen vertraute Personen. Der bisherige Rekord lag demnach bei sieben Mrd. Dollar.
Im Unterschied zu bisherigen milliardenschweren Hedge-Fonds der Investmentbank sollen die Fondsmanager keine externe Gesellschaft gründen, sondern unter dem Dach von Goldman Sachs arbeiten. Der Fonds solle zum 1. Januar unter dem Titel „Goldman Sachs Investment Partners“ starten. Ein Sprecher der Bank wollte sich auf Anfrage der Agentur nicht äußern.
Berichte über ein solches Projekt sind nicht neu: Bereits im November hatte die „Financial Times“ berichtet, die Bank wolle bis zu sechs Mrd. Dollar (4,1 Mrd Euro) für einen der bisher größten Fonds einsammeln. Das Institut habe dies möglichen Investoren gesagt.
In dem Bericht hieß es weiter, der geplante Hedge-Fonds wäre der erste bei Goldman Sachs, der auf die individuelle Auswahl von Aktien und anderen Anlagen setzt statt auf computergesteuerte Programme. Anleger dürften ihr Geld zudem in den ersten zwei Jahren nicht abziehen.
Infolge der Kreditkrise waren Hedge-Fonds von Goldman Sachs im August erheblich unter Druck geraten und hatten massiv an Wert verloren. Anleger zogen in großem Umfang ihr Geld ab. Die Investmentbank selbst und Investoren mussten mit einer Milliarden-Spritze frisches Kapital nachschießen.
Die Krise hat das Einsammeln großer Vermögen für diese Anlageform erheblich erschwert. Hedge-Fonds gelten als risikoreichste Variante unter den Fonds. Sie nutzen die gesamte Trickkiste der Finanzmärkte und sind bei der Wahl der Anlagestrategie weitgehend frei. Dadurch können sie auch bei fallenden Kursen Geld verdienen - allerdings bei zugleich hohem Verlustrisiko.

