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19.12.2007 
Höherer Verlust

Morgan Stanley holt sich Bares aus China

von Torsten Riecke

Die Turbulenzen an den Kreditmärkten hat die zweitgrößte US-Investmentbank Morgan Stanley härter getroffen als bislang gedacht. Im November musste das Institut zusätzliche Abschreibungen in Milliardenhöhe und rutschte tief in die roten Zahlen. Auch der Verlust pro Aktie liegt weit über den Erwartungen. Doch Hilfe winkt aus Fernost.

Für die US-Investmentbank Morgan Stanley ist die Subprime-Krise noch nicht ausgestanden. Foto: ap Lupe

Für die US-Investmentbank Morgan Stanley ist die Subprime-Krise noch nicht ausgestanden. Foto: ap

NEW YORK. Für das vierte Quartal meldet Morgan Wertberichtigungen auf Kreditderivate in Höhe von 9,4 Mrd. Dollar. Dadurch rutscht die Bank im Schlussquartal mit 3,59 Mrd. Dollar in die roten Zahlen nach einem Nettogewinn von 1,98 Mrd. Dollar im Vorjahreszeitraum. Das entspricht einem Verlust von 3,61 Dollar je Aktie. Um den Kapitalabfluss aufzufangen gab Morgan bekannt, dass sich die staatliche China Investment Corp. (CIC) mit rund fünf Mrd. Dollar oder bis zu 9,9 Prozent an dem zweitgrößten Wall-Street -Haus beteiligt. CIC hatte sich zuvor bereits mit drei Mrd. Dollar am Private-Equity-Haus Blackstone beteiligt.

Analysten hatten im Schnitt nur mit einem Verlust von 0,39 Dollar je Aktie gerechnet, nachdem das Institut vor einem Jahr noch einen Gewinn von 1,87 Dollar je Aktie erwirtschaftet hatte. Anfang November hatte Morgan Stanley zunächst angekündigt, dass die Krise den Gewinn im vierten Geschäftsquartal um 2,5 Mrd. Dollar mindern werde. Allein im November beliefen sich die Abschreibungen den Angaben zufolge jedoch auf 5,7 Mrd. Dollar. Wahrscheinlich werden die Marktbedingungen weiter schwierig, hieß es. Der Kurs der Titel ist seit Jahresbeginn um fast 30 Prozent eingebrochen. Am Mittwoch legte der Aktienkurs von Morgan Stanley trotz der neuen Milliardenlasten vorbörslich etwas zu.


Bildergalerie Bild für Bild: Die Opfer der Subprime-Krise


"Die Abschreibungen sind eine große Enttäuschung", sagte Konzernchef John Mack, "die Verantwortung dafür trage ich." Er verzichte deshalb auf seinen Bonus für das abgelaufene Geschäftsjahr. Auch das Management von Bear Stearns soll angeblich auf seine Sonderzahlungen verzichten. Der Konkurrent wird am Donnerstag seine Ergebnisse vorlegen. Auch hier rechnen Analysten mit einem Verlust.

Für Mack ist das schlechte Abschneiden auch eine persönliche Niederlage. War er es doch, der nach seiner Rückkehr vor zwei Jahren die Bank in renditestärkere, aber auch deutlich riskantere Geschäftsfelder geführt hat. Dazu gehört auch die Verbriefung von Hypothekenanleihen. Allein aus so genannten "Subprime"-Segment musste Morgan 7,8 Mrd. Dollar abschreiben. Dabei handelt es sich um Kreditderivate die mit Forderungen aus Baudarlehen niedriger Bonität (Subprime) unterlegt sind.

Wie bereits Goldman Sachs am Vortag sieht auch Morgan Stanley kurzfristig kein Ende der Finanzkrise. Die Lage bleibe schwierig, sagte Finanzvorstand Colm Kelleher. Von der Kapitalspritze aus China erhofft sich Konzernchef Mack auch eine bessere Ausgangsposition für Morgan auf dem chinesischen Markt. Die Investmentbank folgt damit den Beispielen von Bear Stearns, UBS und Citigroup, die nach hohen Verlusten in den vergangenen Wochen alle ihre Kapitalbasis ebenfalls mit Hilfe ausländischer Staatsfonds gestärkt hatten. Im Gegensatz dazu hatte am Dienstag Goldman Sachs einen Gewinnanstieg vermeldet.

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