Die WestLB will im Zuge ihrer Sanierung bis Ende 2010 bis zu 1 500 ihrer weltweit knapp 6 000 Arbeitsplätze abbauen. Zudem wurde ein Hilfspaket beschlossen – als Absicherung für Risken trägt das Land NRW die größte Last unter den Eignern. Dennoch ist die geplante Fusion mit der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) noch lange nicht ausgemachte Sache.
Ein Schild weist bei der WestLB in Düsseldorf zu den Mitarbeiterparkplätzen in der Tiefgarage. Foto: dpa
HB DÜSSELDORF. „Ein Stellenabbau ist immer eine bittere Maßnahme. Hierzu gibt es aber keine Alternative“, sagte Vorstandschef Alexander Stuhlmann am Freitag in Düsseldorf. Der Abbau der Arbeitsplätze solle „so sozialverträglich und kooperativ wie möglich“ gestaltet werden. „Aber jeder muss verstehen, dass die Situation der WestLB keine andere Möglichkeit lässt“. Nur mit Hilfe der Stellenstreichungen könne die große Mehrzahl der Arbeitsplätze gesichert werden. Der Stellenabbau soll im Zeitraum bis 2010 erfolgen. Betroffen sind Stellen im In- und Ausland.
Für die Neuausrichtung der drittgrößten deutschen Landesbank soll weiterhin ein Zusammengehen mit der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) ausgelotet werden, sagte Aufsichtsrats-Chef Michael Breuer. Ob es zu dem Zusammenschluss kommt, ist aber weiter zweifelhaft. „Die Risiken einer Fusion mit der WestLB sind nach wie vor schwer überschaubar“, sagte eine Person, die mit der Position der Helaba-Eigner vertraut ist. Trotz der Bemühungen der WestLB-Eigner liege „die Wahrscheinlichkeit einer Fusion unter 50 Prozent“, sagte die Person weiter. „Noch steht ja gar nicht fest, ob die Anteilseigner der Helaba in offizielle Gespräche eintreten oder nicht.“ Mit einer Entscheidung sei jedoch bald zu rechnen.
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Die Eigentümer der WestLB hatten bei einer Sitzung in der Nacht von Donnerstag auf Freitag neben dem drastischen Stellenabbau ferner beschlossen, die Bank mit Garantien in einer Gesamthöhe von fünf Mrd. Euro von wesentlichen Risiken aus dem Wertpapiergeschäft zu befreien.
Dazu werden Papiere in einem Volumen von etwa 23 Mrd. Euro in einer Zweckgesellschaft außerhalb der Bank gebündelt. Die Finanzierung dieser Gesellschaft werde durch die Garantie der Eigentümer abgesichert. Entstehen durch diese Wertpapiere Verluste, springen die Eigentümer entsprechend ihrer Anteile bis zur Höhe von zwei Mrd. Euro ein. Weitergehende Verluste von bis zu drei Mrd. Euro werden vom Land Nordrhein-Westfalen (NRW) getragen.
Für die in die in die Zweckgesellschaft ausgegliederten Papiere gebe es eine juristische Laufzeit von 15 und mehr Jahren und eine anzunehmende oder theoretische Laufzeit, weil die Papiere durch bestimmte Cash Flows getilgt und verzinst würden müssten, sagte WestLB-Chef Alexander Stuhlmann am Freitag in Düsseldorf. Nach seine Ansicht würden sie in sechs bis sieben Jahren auslaufen.
„Das ist ein gutes Ergebnis, mit dem sich alle Beteiligten sehen lassen können“, sagte der nordrhein-westfälische Finanzminister Helmut Linssen (CDU). „Das Land hat eine weit über die eigene Kapitalbeteiligung hinausgehende Verantwortung übernommen.“ Es strebe nicht von sich aus die Mehrheit an der WestLB an.
Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) hält den geplanten Stellenabbau für unvermeidlich. „Die Alternative ist, dass die Bank keine Zukunft hat.“ Es sei bekannt, dass die Kosten der WestLB zu hoch seien, sagte er am Freitag bei einer kurzfristig anberaumten Pressekonferenz in Düsseldorf. Er sprach von schmerzlichen Anpassungsprozessen, um die das Institut nicht herumkomme.
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