Der führende US-Finanzinvestor Blackstone bekommt die Krise an den Kreditmärkten mit voller Wucht zu spüren und ist im Schlussquartal 2007 in die roten Zahlen gerutscht. Analysten kritisieren das vorgelegte Zahlenwerk als intransparent. Blackstone hält dagegen, der Markt verstehe das Geschäftsmodell nicht.
NEW YORK. Die Beteiligungsgesellschaft wies einen Nettoverlust von 170 Mill. Dollar aus, wie Blackstone
heute in New York mitteilte. Ein Jahr zuvor hatte der als "Buyout-König" gefeierte Firmenchef Stephen Schwarzman noch einen Gewinn von 1,18 Mrd. Dollar vorgelegt. Blackstone
begründete den Einbruch mit dem schlechten Marktumfeld für fremdfinanzierte Firmenkäufe sowie mit hohen Abschreibungen auf den US-Anleiheversicherer FGIC.
Blackstone
Schwarzmans Ausblick fiel entsprechend trüb aus. Eine Besserung der Marktbedingungen in den USA und Europa sei 2008 nicht zu erwarten, sagte der Blackstone
-Chef.
Es gebe derzeit "wenig Sicht" um einschätzen zu können, wann die Krise ende.
Mangelnde Sicht kritisieren auch Analysten mit Blick auf die Blackstone
-Ergebnisse:
Das vorgelegte Zahlenwerk sei "ein Mysterium", klagte Brian Hamilton, Chef des amerikanischen Finanzanalyse-Anbieters Sagework. Die Blackstone
-Chefetage
wiederum moniert, dass die Wall Street das Geschäftsmodell von Schwarzman & Co. nicht durchschaut: "Wir sind eine sehr komplizierte Firma, die der Markt nicht versteht", sagte Blackstone
-Präsident
Hamilton James kürzlich auf der Private-Equity-Konferenz "Super Return" in München.
Das Ergebnis der vielen Missverständnisse ist unter anderem am Aktienkurs abzulesen: Blackstone
hat bei einem der größten US-Börsengänge aller Zeiten im Juni 2007 mehr als vier Mrd. Dollar eingesammelt: Seitdem verlor die Blackstone
-Aktie
gut 55 Prozent an Wert und kommt aktuell ihrem Tiefstand von 13,82 Dollar bedrohlich nahe.

