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20.03.2008 
Schweizer Großbank

Krise könnte UBS die Selbstständigkeit kosten

Was vor einem Jahr noch undenkbar war, ist nach dem starken Kurssturz der UBS-Aktien auf den tiefsten Stand seit fast zehn Jahren nicht länger tabu: Spekulationen über eine Übernahme des weltgrößten Vermögensverwalters. Einen empfindlichen Rückschlag muss die wichtigste Schweizer Bank schon jetzt verkraften.

 Das Logo der Schweizer Bank UBS. Foto: dpaLupe

Das Logo der Schweizer Bank UBS. Foto: dpa

HB GENF. "Bei einem Kurs unter 30 Franken ist die UBS ein eindeutiges Übernahmeziel", sagte ein Zürcher Händler. Zum Börsenschluss am Mittwoch notierten UBS bei 28,22 Franken. Im vergangenen Juni hatte der Kurs noch bei 80 Franken gelegen. Im Zuge der US-Hypothekenkrise musste die Schweizer Großbank im vergangenen Jahr dann aber 18 Mrd. Dollar abschreiben und könnte nach Ansicht von Analysten jetzt vor weiteren Milliardenabschreibungen stehen.

Ein Übernahmeangebot für UBS wäre eine weiteres Beispiel dafür, wie die seit letztem Sommer wütende Kreditkrise einst stolze Geldhäuser zu Übernahmekandidaten gemacht hat. Der noch vor wenigen Woche undenkbare Kauf der Wall-Street -Legende Bear Stearns durch den Rivalen JP Morgan Chase zeigt, dass sich letztlich niemand mehr sicher wähnen kann.

Ein weiterer Ausrutscher könnte Kaufinteressenten anlocken oder die UBS sogar zwingen, sich in die Arme des ewigen Rivalen Credit Suisse zu flüchten. Denn zum ersten Mal übertrumpft Credit Suisse mit einer Marktkapitalisierung von 57,9 Mrd. Franken die der UBS, die mit 50,1 Mrd. bewertet ist.

UBS hat inzwischen nahezu das gesamte Top-Management ausgewechselt, und die Krise hat in der stark von der Finanzindustrie geprägten Schweiz inzwischen eine Gewissensprüfung ausgelöst. Das Schicksal der wichtigsten Schweizer Bank lässt mittlerweile auch die Politik nicht mehr kalt. "Trotz der immensen Verluste ... dürfen wir festhalten, dass beide Großbanken im internationalen Vergleich über eine solide Kapitalbasis verfügen", sagte Finanzminister Hans-Rudolf Merz am Mittwoch in einer Parlamentsdebatte.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Am stärksten unter den europäischen Banken von der Krise getroffen

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