Die Mittelstandsbank IKB hat einen herben Rückschlag erlitten. Der IKB-Vorstand brach am Mittwoch kurzfristig die Auktion ab, bei der ein Großteil des drei Milliarden Euro schweren Portfolios an risikoreichen strukturierten Wertpapieren verkauft werden sollte, die die IKB hält. Entsprechende Handelsblatt-Informationen vom Mittwochabend bestätigte die Bank am Donnerstag. Damit ist das Institut gezwungen, weitere Abschreibungen vorzunehmen.
Die IKB-Konzernzentrale in Düsseldorf. Die Industriebank muss weitere Abschreibungen hinnehmen. Foto: ap
FRANKFURT. Die Gebote seien angesichts der weltweit sinkenden Preise für solche forderungsunterlegten Wertpapiere so niedrig gewesen, dass der Vorstand sie nicht habe akzeptieren können, erfuhr das Handelsblatt aus Finanzkreisen. Nach der Bestätigung durch die IKB
wurden die Aktien der Mittelstandsbank am Donnerstag vom Handel ausgesetzt. Wegen der zusätzlichen Verluste geht die IKB
für das in wenigen Tagen endende Geschäftsjahr 2007/08 von einem Konzernverlust in der Größenordnung von 800 Mio. Euro aus.
Da die IKB
die Wertpapiere nach dem Start des Verkaufsprozesses zu Marktpreisen bewerten müsse, sei die Wahrscheinlichkeit hoch, dass zusätzliche Abschreibungen nötig seien, hieß es. Im jüngsten Rettungspaket über 2,3 Mrd. Euro vom Februar ist noch ein Puffer von 450 Mill. Euro für Abschläge beim Verkauf der Wertpapiere. Eine zentrale Frage ist, ob dieser Betrag nun ausreicht.
Die geplatzte Auktion macht es auch schwieriger, für die IKB
selbst einen neuen Käufer zu finden. In Bieterkreisen hieß es, wenn der Verkauf des Portfolios scheitere, werde dies auch den Verkauf der Kernbank beeinträchtigen. Die IKB
dürfte hoffen, mit einem Verkauf in einigen Wochen einen besseren Preis zu erzielen, denn in den vergangenen Tagen kamen die Bewertungen noch einmal stark unter Druck. Wie sich der Markt entwickelt, weiß jedoch derzeit niemand.
Die IKB
hatte sich mit milliardenschweren außerbilanziellen Investmentvehikeln und eigenen Investitionen in strukturierte Wertpapiere verhoben. Sie musste mit insgesamt 8,5 Mrd. Euro vom Hauptaktionär KfW, dem Bund und den Bankenverbänden gerettet werden. Den mit Abstand größten Teil trägt die KfW, die gut 43 Prozent an der IKB
hält. Sie habe der IKB
eine weitere Kapitalverstärkung in Höhe von 450 Millionen Euro gewährt, teilte die IKB
am Donnerstag mit. Die KfW will ihren Anteil gemeinsam mit dem zweitgrößten Aktionär, der Stiftung Industrieforschung, verkaufen.
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