0 Bewertungen
20.03.2008 
Wertpapier-Auktion der Mittelstandsbank geplatzt

IKB-Verkauf gerät ins Schlingern

von Nicole Bastian, Hans G. Nagl und Donata Riedel

Die Mittelstandsbank IKB hat einen herben Rückschlag erlitten. Der IKB-Vorstand brach am Mittwoch kurzfristig die Auktion ab, bei der ein Großteil des drei Milliarden Euro schweren Portfolios an risikoreichen strukturierten Wertpapieren verkauft werden sollte, die die IKB hält. Entsprechende Handelsblatt-Informationen vom Mittwochabend bestätigte die Bank am Donnerstag. Damit ist das Institut gezwungen, weitere Abschreibungen vorzunehmen.

Die IKB-Konzernzentrale in Düsseldorf. Die Industriebank muss weitere Abschreibungen hinnehmen. Foto: apLupe

Die IKB-Konzernzentrale in Düsseldorf. Die Industriebank muss weitere Abschreibungen hinnehmen. Foto: ap

FRANKFURT. Die Gebote seien angesichts der weltweit sinkenden Preise für solche forderungsunterlegten Wertpapiere so niedrig gewesen, dass der Vorstand sie nicht habe akzeptieren können, erfuhr das Handelsblatt aus Finanzkreisen. Nach der Bestätigung durch die IKB wurden die Aktien der Mittelstandsbank am Donnerstag vom Handel ausgesetzt. Wegen der zusätzlichen Verluste geht die IKB für das in wenigen Tagen endende Geschäftsjahr 2007/08 von einem Konzernverlust in der Größenordnung von 800 Mio. Euro aus.

Da die IKB die Wertpapiere nach dem Start des Verkaufsprozesses zu Marktpreisen bewerten müsse, sei die Wahrscheinlichkeit hoch, dass zusätzliche Abschreibungen nötig seien, hieß es. Im jüngsten Rettungspaket über 2,3 Mrd. Euro vom Februar ist noch ein Puffer von 450 Mill. Euro für Abschläge beim Verkauf der Wertpapiere. Eine zentrale Frage ist, ob dieser Betrag nun ausreicht.

Die geplatzte Auktion macht es auch schwieriger, für die IKB selbst einen neuen Käufer zu finden. In Bieterkreisen hieß es, wenn der Verkauf des Portfolios scheitere, werde dies auch den Verkauf der Kernbank beeinträchtigen. Die IKB dürfte hoffen, mit einem Verkauf in einigen Wochen einen besseren Preis zu erzielen, denn in den vergangenen Tagen kamen die Bewertungen noch einmal stark unter Druck. Wie sich der Markt entwickelt, weiß jedoch derzeit niemand.

Die IKB hatte sich mit milliardenschweren außerbilanziellen Investmentvehikeln und eigenen Investitionen in strukturierte Wertpapiere verhoben. Sie musste mit insgesamt 8,5 Mrd. Euro vom Hauptaktionär KfW, dem Bund und den Bankenverbänden gerettet werden. Den mit Abstand größten Teil trägt die KfW, die gut 43 Prozent an der IKB hält. Sie habe der IKB eine weitere Kapitalverstärkung in Höhe von 450 Millionen Euro gewährt, teilte die IKB am Donnerstag mit. Die KfW will ihren Anteil gemeinsam mit dem zweitgrößten Aktionär, der Stiftung Industrieforschung, verkaufen.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Warnung der Ratingagentur Moody's

Artikel bewerten:
  • 1 Stern
  • 2 Sterne
  • 3 Sterne
  • 4 Sterne
  • 5 Sterne
Anzeige

Weitere Beiträge aus dem Ressort

Anzeige

weiterImmobilien + Vorsorge

Vorsorgen statt konsumieren  Artikel in Merkliste

04.12.2008

Dies ist keine Zeit für Anschaffungen und Vergnügungen, glauben viele Deutsche. Das geht jedenfalls aus aktuellen Umfragen hervor. Hoch im Kurs steht hingegen die Vorsorge – für schlechte Zeiten und den Ruhestand. Artikel


Anzeige