Die Schweizer Großbank UBS erwartet im ersten Quartal dieses Jahres einen Reinverlust von rund 7,6 Mrd. Euro (zwölf Mrd. Franken) und muss im Zuge der Krise am US-Hypothekenmarkt weitere milliardenschwere Wertberichtigungen vornehmen.
HB ZÜRICH. Verwaltungsratspräsident Marcel Ospel zieht die Konsequenzen und tritt zurück, wie die Bank am Dienstag weiter mitteilte. Das Verwaltungsratspräsidium soll von Peter Kurer übernommen werden. Die Abschreibungen im ersten Quartal belaufen sich auf rund 19 Mrd. Franken (12 Mrd. Euro), wie es in der Mitteilung weiter heißt.
Um die Kernkapitalquote zu erhöhen, ist eine Kapitalspritze von weiteren 15 Mrd. Franken vorgesehen, die von vier internationalen Banken garantiert wird. Zudem kündigte die UBS
an, die Positionen auf dem US-Immobilienmarkt in eine separate Einheit auszugliedern. Für die UBS
ist es bereits der dritte Quartalsverlust in Folge. Für das ganze Jahr 2007 hatte die größte Schweizer Bank erstmals in ihrer Geschichten einen Verlust erlitten, und zwar 4,384 Mrd. Franken. Für das vierte Quartal 2007 machte der Verlust 12,451 Mrd. Franken aus.
Die Abschreibungen in der zweiten Hälfte des letzten Jahres wegen der Engagements auf dem US-Immobilienmarkt beliefen sich auf 21,3 Mrd. Franken. Mit den jüngsten Abschreibungen erhöht sich das Debakel der UBS
auf dem US-Hypothekenmarkt auf einen Abschreibungsbedarf von mehr als 40 Mrd. Franken, so viel wie bei keiner anderen Bank.
Der erwartete Nettoverlust sowie die angekündigten Abschreibungen der UBS
für das ersten Quartal bewegen sich nach Einschätzung aus dem Handel insgesamt im Rahmen der Erwartungen. Bereits in den vergangenen Tagen sei intensiv über die Zahlen spekuliert worden. Es sei allerdings unklar, wie diese von den Investoren aufgenommen werden, da die Schätzungen teilweise deutlich auseinander liefen.
Lesen Sie weiter auf Seite 2: Kapitalerhöhung im Zentrum des Interesses

