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02.04.2008 
Landesbank

NordLB erwartet weitere Aktien-Verluste

Die NordLB rechnet wegen der Unregelmäßigkeiten in ihrem Aktienhandel 2008 mit weiteren Belastungen. Für 2007 hatte die Bank bereits 82,5 Mill. Euro für mögliche Verluste aus den Aktiengeschäften zurückgestellt. Die Probleme haben jetzt auch Konsequenzen für den Vorstand.

Lupe

HB FRANKFURT. "Für das laufende Jahr ergeben sich nach aktuellem Stand weitere mögliche Bewertungsverluste in Höhe von 50,4 Mill. Euro", teilte die NordLB am Mittwoch nach einer Sitzung des Aufsichtsrats mit. Insgesamt kostete der Erwerb der Aktien, die der Käufer nicht abnehmen will, die NordLB rund 234 Mill. Euro. Die Bank werde die möglichen Verluste aber ohne "Beeinträchtigungen ihrer Substanz" verarbeiten.

Die Landesbank hatte nach eigenen Angaben im Auftrag eines Kunden massiv Aktien gekauft, die inzwischen stark an Wert verloren. Sie ist nun Großaktionär des Handyzulieferers Balda (15,5 Prozent), des Klinikbetreibers Curanum (13,1 Prozent), des Systemhauses Euromicron (20,2 Prozent) sowie der US-Firma RemoteMDX (23,6 Prozent). Darüber hinaus gibt es zwei weitere Werte, die unter der meldepflichtigen Schwelle von drei Prozent liegen. Bei dem Käufer soll es sich um die Beteiligungsgesellschaft Vatas handeln. Vatas lehnt jegliche Stellungnahme dazu ab. Kürzlich hatte die Beteiligungsgesellschaft ihr Aktienpaket am Telekommunikationsdienstleister Freenet abgestoßen, den Großteil davon übernahm die Credit Suisse.

Wegen der fehlgeschlagenen Aktiengeschäfte trennte sich die NordLB zum 31. März von dem für den Handel zuständigen Vorstand Jürgen Kösters, wie die Bank am Mittwoch offiziell mitteilte und das Handelsblatt schon vorab berichtet hatte. Er war 13 Jahre für die Bank tätig. Seine Aufgaben übernehmen bis auf weiteres der stellvertretende Vorstandschef Gunter Dunkel und Vorstandsmitglied Eckhard Forst. Zuvor hatte sich die NordLB bereits von zwei Händlern und deren Vorgesetzten getrennt.

Die NordLB geht weiter davon aus, den Kunden noch in die Pflicht nehmen zu können. An diesem Donnerstag will sich der Landtagsfinanz-Ausschuss über die Vorkommnisse unterrichten lassen. Die SPD -Fraktion forderte eine umfassende Aufklärung - auch über die Rolle des Nord/LB- Aufsichtsratschefs, Niedersachsens Finanzminister Hartmut Möllring (CDU).

Nach Ansicht des Aufsichtsrats gibt es keine Fehler in den Kontrollsystemen der NordLB. Die Schwierigkeiten hätten ihre Ursachen wesentlich im Fehlverhalten einzelner Mitarbeiter. Sie hätten gegen interne Regeln verstoßen und ihre Kompetenzen überschritten. Dennoch werde die Bank ihre Kontrollmechanismen verfeinern und die Arbeitsanweisungen im Handel verschärfen. Das Geldhaus hat die Beratungsgesellschaft PwC engagiert, die die Prozesse durchleuchten soll. Die Finanzaufsicht BaFin leitete eine Sonderprüfung ein.

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