Niedersachsens Finanzminister und NordLB- Aufsichtsratschef Hartmut Möllring (CDU) hat die Aktienaffäre bei der Norddeutschen Landesbank als „bedauerlichen Einzelfall“ bezeichnet. Der wirtschaftliche Schaden sei nicht unerheblich, aber verkraftbar.
HB HANNOVER. Der Imageschaden sei bedauerlichsagte Möllring am Donnerstag nach einer Sondersitzung des Landtags- Finanzausschusses. Die Affäre sei aber nicht vergleichbar mit den Vorgängen bei anderen Landesbanken. NordLB-Vorstandschef Hannes Rehm hatte den Ausschuss über die Affäre unterrichtet.
Möllring sagte, Vorstand und Aufsichtsrat hätten erst Mitte Februar, nach der Landtagswahl, Kenntnisse von den Vorfällen erhalten. Rehm informierte den Ausschuss über die Konsequenzen, welche die Landesbank aus der Aktienaffäre gezogen hat. Die Bank hatte angekündigt, ihre Kontrollmechanismen zu verschärfen. Außerdem hatte das verantwortliche Vorstandsmitglied Jürgen Kösters seinen Hut genommen. Zuvor waren zwei Aktienhändler und ein Generalbevollmächtigter entlassen worden.
NordLB-Aktienhändler hatten im Auftrag eines Kunden große Aktienpakete verschiedener Unternehmen erworben, die der Kunde dann jedoch nicht abnahm. Die Bank blieb auf den Aktien sitzen, die inzwischen stark an Wert verloren. Die NordLB hatte bereits 2007 Rückstellungen in Höhe von 82,5 Mill. Euro gebildet, für das laufende Jahr kalkuliert sie nun mit weiteren möglichen Bewertungsverlusten in Höhe von 50,4 Mill. Euro. Der Aufsichtsrat hatte von einem „Fehlverhalten einzelner Mitarbeiter und Führungskräften“ gesprochen. Diese hätten gegen interne Regeln verstoßen und ihre Kompetenzen überschritten.

