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04.04.2008 
Aktienfehlkäufe

NordLB prüft Klage gegen Credit Suisse

von Frank M. Drost

Die NordLB prüft nach den millionenschweren Aktienfehlkäufen im Auftrag eines Investors eine Klage gegen Credit Suisse. Dies bestätigten Mitglieder des Haushalts- und Finanzausschusses des niedersächsischen Landtags dem Handelsblatt. Was die NordLB der Schweizer Großbank vorwirft.

Lupe

BERLIN. Credit Suisse soll bei diesen Geschäften eine Vermittlerrolle übernommen haben. Die Schweizer Bank wollte zu den Vorwürfen keine Stellung nehmen.

Die Aktienfehlkäufe hatten bei der NordLB zu Rückstellungen in dreistelliger Millionenhöhe geführt. Als Folge dieser Geschäfte hält sie derzeit namhafte Beteiligungen an Balda, Euromicron, Curanum, Remote MDX und zwei weiteren Unternehmen, an denen sie kein strategisches Interesse hat. Die Beteiligungen liegen zwischen 13 und 24 Prozent. Seit dem Kauf haben die Aktienpakete kräftig an Wert verloren.

NordLB -Chef Hannes Rehm und Aufsichtsratschef Hartmut Möllring (CDU), in Personalunion Finanzminister Niedersachsens, mussten gestern den Ausschussmitgliedern Rede und Antwort stehen. Dabei räumten sie nach Aussagen von Abgeordneten erstmals ein, dass es sich bei dem Investor um die Finanzgesellschaft Vatas des südafrikanischen Unternehmers Robert Hersov handelt. Geschäftsführer der in Berlin ansässigen Vatas Holding ist der umstrittene Jungunternehmer Lars Windhorst.

Da Vatas offensichtlich nicht zahlte und die Credit Suisse ebenfalls die Zahlung verweigert haben soll, sitzt nun die NordLB auf den umfangreichen Aktienpaketen. Dafür hat sie bisher Rückstellungen in Höhe von 132 Mill. Euro gebildet - bei einem Gesamterwerbspreis von 234 Mill. Euro. Mittlerweile musste der Finanzmarktvorstand Jürgen Kösters sein Amt aufgeben. Es soll einen ausdrücklichen Vorstandsbeschluss gegeben haben, keine Geschäft mit der Firma Vatas zu machen.

Mit der Entscheidung über eine mögliche Klage gegen Credit Suisse sei Ende des Monats zu rechnen, so Abgeordnete. Die NordLB selbst wollte sich dazu nicht äußern. Wirtschaftsprüfer sollen zuvor den gesamten Ablauf der Aktiengeschäfte unter die Lupe nehmen. Auch die Finanzaufsicht BaFin will im Rahmen einer Sonderprüfung für mehr Transparenz sorgen.

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