Der weltweit tätige US-Großinvestor George Soros hat die staatlichen Aufsichtsbehörden in den USA und Europa aufgefordert, über eine neue, schärfere Regulierung der Finanzmärkte nachzudenken. Die Behörden dürften sich nicht darauf beschränken, in Not geratene Banken zu retten, sagte Soros in Brüssel.
BRÜSSEL. Sie müssten vielmehr auch die Blasenbildung bei Vermögenswerten verhindern. Dies sei vor allem eine Aufgabe der amerikanischen Federal Reserve, aber auch der europäischen Zentralbanken, so der Großinvestor weiter.
„Die Regulierer müssen sich endlich wieder um die Regulierung kümmern“, forderte der legendäre Investor, der einst erfolgreich gegen die Bank of England spekulierte. In der gegenwärtigen Finanzmarktkrise reiche es nicht aus, die vorhandenen Regeln nachzujustieren, wie dies die Finanzminister der sieben führenden Industrieländer (G7) am Wochenende in Washington vereinbart hatten. Die G7 hatten einen Maßnahmenkatalog beschlossen, der vor allem auf mehr Transparenz zielt. Der Ruf nach mehr Transparenz sei zwar richtig, sagte Soros. Entscheidend seien aber neue, effizientere Regeln.
Derzeit habe es die Finanzwelt mit drei Krisen zu tun: Neben der Hypothekenkrise in den USA und der Liquiditätskrise bei den Banken habe sich auch eine „Rohstoff-Blase“ gebildet. Soros relativierte zwar frühere Aussagen, wonach es sich um die schlimmste Finanzkrise seit den 30er-Jahren des letzten Jahrhunderts handele. Doch sei es falsch, auf die Selbstheilungskräfte der Märkte zu vertrauen.
Verwundert zeigte sich Soros über den Optimismus der Finanzpolitiker in Europa. Die Blasenbildung sei zwar vor allem ein Problem für den Dollar. Die Euro-Zone sei aber nicht ausgenommen.

