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22.04.2008 
National City

Die nächste Milliardenspritze für eine US-Bank

von Matthias Eberle

Der Finanzinvestor Corsair und Altaktionäre der Traditionsbank National City pumpen sieben Milliarden Dollar in das Institut. Zuvor hatten sogar direkte Wettbewerber trotz verlockender Synergieeffekte abgewunken - der blick in die Bücher hatte sie wohl abgeschreckt.

NEW YORK. Nach den Finanzhilfen für Citigroup, Wachovia und Washington Mutual muss in den USA eine weitere große Bank mit frischem Kapital versorgt werden. Der New Yorker Finanzinvestor Corsair Capital ist nach wochenlangen Verhandlungen bereit, die 1845 gegründete Traditionsbank National City aus Cleveland im Bundesstaat Ohio gemeinsam mit Altaktionären zu retten. Wie das Kreditinstitut gestern mitteilte, werde Corsair 985 Mill. Dollar investieren. Durch die Beiträge anderer Investoren würden der Bank insgesamt sieben Mrd. Dollar an frischem Kapital zugeführt. Mit 1 400 Filialen in neun Bundesstaaten und einer Bilanzsumme von 190 Mrd. Dollar ist National City das zehntgrößte Kreditinstitut in den Staaten.

Als Beweis für die schwere Notlage der Bank werten Beobachter die Tatsache, dass direkte Wettbewerber, die im Falle einer Übernahme hohe Kostensynergien erzielen könnten, nach einem Blick in die Bücher abgewinkt haben. Sowohl der Nachbar KeyCorp aus Cleveland als auch Fifth Third Bancorp. aus Cincinnati hatten es abgelehnt, für National City zu bieten. "Damit geht die nächste große Bank an den Kapitalmarkt, um in diesem unglaublich deflationären Umfeld zu überleben", sagte Gerard Cassidy, Analyst bei RBC Capital Markets. Die neuen Investoren zahlen gerade noch fünf Dollar je Aktie - ein Preis, der etwa 40 Prozent unter dem Schlusskurs der Aktie vom Freitag liegt. Dabei hatte das Papier schon in den vergangenen zwölf Monaten knapp 80 Prozent an Wert eingebüßt und damit die schlechteste Performance unter 24 Mitgliedern im US-Bankenindex KBW abgeliefert. National City gehörte 2006 zu den zehn größten Kreditgebern an Kunden mit schlechter Bonität. Zwar verkaufte die Bank ihre Subprime-Tochter First Franklin Ende 2006 an Merrill Lynch; einen Teil der Kredite behielt sie aber in den Büchern. Nach einem Minus von 333 Mill. Dollar im Schlussquartal 2007 wies die Bank gestern erneut ein Minus von 171 Mill. Dollar aus und strich die Dividende bis auf einen Cent pro Aktie zusammen.

Ihr künftiger Großaktionär Corsair, eine 1993 von JP Morgan gegründete Private-Equity-Firma, hat sich auf Investments bei Finanzdienstleistern spezialisiert.

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