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24.04.2008 
Aktie verliert deutlich

Deutsche Bank rutscht in Verlustzone

von Rolf Benders

Die Finanzkrise geht auch an der größten deutschen Bank nicht spurlos vorbei. Analystenschätzungen zufolge wird die Deutsche Bank wegen der Kapitalmarktturbulenzen Ende nächster Woche das erste Verlustquartal seit Ende 2003 bekannt geben. Deutsche-Bank-Chef Ackermann sagte am Abend dennoch eine Stabilisierung der Märkte voraus.

Keine Gute Nachricht für Deutsche-Bank-Chef Ackermann: Auch an der größten deutschen Bank geht die Finanzkrise nicht spurlos vorbei. Foto: ReutersLupe

Keine Gute Nachricht für Deutsche-Bank-Chef Ackermann: Auch an der größten deutschen Bank geht die Finanzkrise nicht spurlos vorbei. Foto: Reuters

FRANKFURT. Einige Experten rechnen damit, dass Vorstandschef Josef Ackermann spätestens dann auch die Gewinnprognose von 8,4 Mrd. Euro vor Steuern für das gesamte Jahr 2008 endgültig kassiert.

Am Mittwochabend sagte Ackermann auf einer Veranstaltung in Frankfurt, er sehe Anzeichen für eine Stabilisierung der Märkte. Auch Kredite für fremdfinanzierte Übernahmen ließen sich allmählich wieder verkaufen. Doch das dürfte der Bank zuletzt wenig geholfen haben. Analysten gehen davon aus, dass das operative Geschäft der Bank im ersten Quartal die bereits Anfang April eingeräumten Abschreibungen von 2,5 Mrd. Euro vor allem auf Kreditportfolios (Leveraged Loans) nicht wettmachen konnte. "Das Kapitalmarktumfeld war im Auftaktquartal von extremen Marktverwerfungen geprägt", sagt Unicredit-Analyst Andreas Weese. Die von der Nachrichtenagentur Reuters befragten Experten rechnen im Schnitt mit einem Verlust von 188 Mill. Euro. Im Vorjahreszeitraum - mitten im Investment-Bankingboom - hatte das Institut noch einen Gewinn von 2,12 Mrd. Euro ausgewiesen. Nicht nur die Abschreibungen dürften den Vorjahresvergleich belasten. So wird mit einem Einbruch des Provisionsüberschusses um zwölf Prozent und einem Verlust von knapp 50 Mill. Euro im Handel gerechnet.

Für das gesamte Jahr rechnen die Analysten nun im Schnitt mit einem Vorsteuergewinn von 5,6 Mrd. Euro. Obwohl die Bank bereits mehrfach auf das "schwierige Marktumfeld" hingewiesen hat, steht sie derzeit noch zum Ziel von 8,4 Mrd. Euro. "Das könnte nun nach der Quartalsberichterstattung auch offiziell aufgegeben werden", schreibt Stefan Stahlmann, -Michael Analyst bei Dresdner Kleinwort in einer Studie.

Insgesamt stünde die Deutsche Bank mit diesen Zahlen in der Krise aber noch sehr gut da. Viele Banken hatten sich mit zweitklassigen US-Hypothekenkrediten verspekuliert. Die US-Investmentbank Bear Stearns sowie deutsche Institute wie die SachsenLB und die IKB konnten nur durch Verkauf oder staatliche Unterstützung mehr schlecht als recht überleben. Konkurrenten wie die Schweizer UBS mussten mehrfach frisches Geld einwerben. Insgesamt haben Institute weltweit Kapitalerhöhung von 165 Mrd. Euro umgesetzt oder ankündigt. Mit einem solchen Schritt ist nach einhelliger Meinung der Experten bei der Deutschen Bank derzeit aber nicht zu rechnen. Die Aktie der größten deutschen Bank verlor am Mittwoch als Reaktion auf die Analystenprognose deutlich an Wert. ben

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