Der US-Kreditkartenkonzern American Express (Amex) hat die Finanzkrise im Auftaktquartal 2008 zu spüren bekommen und weniger Gewinn erzielt als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Dennoch legte die Aktie des Konzerns nachbörslich 3,8 Prozent zu.
NEW YORK. Zwar übertraf die Firma mit einem Gewinn von 0,84 Dollar pro Aktie die Prognosen der Analysten um drei Cent und sorgte damit für leichtes Aufatmen an der Wall Street. Der US-Kreditkartenkonzern American Express (Amex) hat die Finanzkrise im Auftaktquartal 2008 zu spüren bekommen und weniger Gewinn erzielt als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Der ausgewiesene Umsatz von 7,18 Mrd. Dollar lag aber unter den Erwartungen und verdeutlicht, weshalb die Aktie von Amex im laufenden Jahr bisher zu den großen Verlierern im US-Börsenindex Dow Jones gehörte. Analysten hatten laut Thomson Financial einen Umsatz von 7,34 Mrd. Dollar erwartet. Chairman und Vorstandschef Kenneth Chenault sagte, im Vergleich zur Branche habe Amex in einem widrigen Umfeld gut abgeschnitten.
Anders als die Rivalen Visa und Mastercard, die nur für die Zahlungsabwicklung zuständig sind und damit nicht im Ausfallrisiko stehen, bekommt Amex ähnlich wie Großbanken die schwache US-Konjunktur zu spüren. Der Kreditkartenausgeber stellt seit Monaten fest, dass sich die Zahlungsmoral selbst bei Besserverdienern deut-lich verschlechtert. Mit Sorge blicken Finanzkonzerne insbesondere auf die hohe Privatverschuldung der Amerikaner sowie die seit Jahresbeginn steigenden Arbeitslosenzahlen. Sie schlagen direkt auf den Konsum und führen zu steigenden Kreditkartenausfällen.
Mit Blick auf die sechs- bis zwölfmonatige Wirkungsverzögerung von Jobverlusten stehe Amex erst am Beginn einer Negativserie und werde den Höhepunkt der Ausfälle wohl frühestens Ende 2009 sehen, glaubt Citigroup-Analyst Bradley Ball.

