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HANDELSBLATT, Dienstag, 6. Mai 2008, 16:21 Uhr
Krankenversicherer

Zukunftsmarkt Gesundheit

Von Axel Höpfner

Die Münchener Rück will weltweit mit Krankenversicherern vorankommen und denkt an Zukäufe. Vor allem die hohen Wachstumsraten außerhalb Europas locken den Versicherer. Doch die Geschäfte dort sind oft nicht ohne Risiken.



Von der Konzernzentrale in München aus will die Münchener Rück weiter expandieren. Foto: ap
Bild vergrößernVon der Konzernzentrale in München aus will die Münchener Rück weiter expandieren. Foto: ap

MÜNCHEN. Die Münchener Rück will nach der frisch vollzogenen Übernahme des US-Krankenversicherers Sterling Life das Gesundheitsgeschäft im Ausland weiter kräftig ausbauen. "Wir sind offen für weitere Akquisitionen. Zukäufe müssen aber zu uns passen, und der Preis muss stimmen", sagte Peter Choueiri, der das Geschäftsfeld "Healthcare" leitet, dem Handelsblatt. In erster Linie wolle der Konzern auf dem Wachstumsmarkt Gesundheit aus eigener Kraft expandieren. Ziel sei es, die Prämieneinnahmen in der Gesundheitssparte im Ausland von 1,7 Mrd. Euro im Jahr 2006 bis 2015 zu vervierfachen. Dabei setzt der Konzern auch auf die weitere Gründung von Erstversicherern.

Modellcharakter könnte der erste private Krankenversicherer in Abu Dhabi haben, der von der Münchener Rück im staatlichen Auftrag betrieben wird und zwei Jahre nach der Gründung jetzt seinen 1 000 000. Kunden begrüßen konnte.

Angesichts des Preisdrucks und der gesättigten Märkte im Kerngeschäft hatte Vorstandschef Nikolaus von Bomhard vor zwei Jahren den Gesundheitsmarkt zu einem der strategisch wichtigsten Geschäftsfelder für den DAX-Konzern ernannt. "Der Konzern muss eine Story hinbekommen, wie er unabhängig vom Sach- und Rückversicherungsgeschäft wachsen will", sagt Lucio di Geronimo vom Bankhaus Merck Finck. Der Gesundheitsmarkt mit seinem Wachstum von jährlich etwa sechs Prozent gilt da als attraktiv. "Dass die Versicherer das Geschäftsfeld immer mehr für sich entdecken, ist kein Wunder", sagt Analyst Ralf Dibbern von M.M. Warburg. Die älter werdende Bevölkerung sei ein weltweiter Trend. Zudem wachse die Bedeutung privater Anbieter überall dort, wo die staatlichen Leistungen rückläufig seien. Auch in aufstrebenden Märkten wie Indien gewinne die private Krankenversicherung an Bedeutung.

Im Gesundheitsbereich setzt die Münchener Rück dabei auf eine deutliche Verbreiterung der Wertschöpfungskette. Die Krankenversicherer benötigen nur begrenzt Rückversicherungskapazitäten. Daher tritt der Konzern zunehmend auch als Servicedienstleister für Erstversicherer auf und bietet entsprechende Managed-Care-Services an. Das umfasst praktisch die gesamte Abwicklung mit Ausnahme des Vertriebs der Policen. In Spanien betreibt die Münchener Rück sogar bald ihr erstes Krankenhaus, in Indien hat sie ein Joint Venture in der Krankenversicherung mit der Apollo Hospitals Group, einem Klinikbetreiber.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Der Staat als Geschäftsrisiko


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