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HANDELSBLATT, Freitag, 9. Mai 2008, 22:16 Uhr
Finanzkrise

Citigroup will Fünftel des Konzerns verkaufen

Großreinemachen beim durch die Kreditkrise schwer angeschlagenen US-Finanzkonzern Citigroup: Die von der Finanzkriseslang bisher mit am stärksten getroffene US-Bank will Beteiligungen im Volumen von 400 Milliarden Dollar abstoßen. Mit Spannung war auch erwartet worden, was Konzernchef Vikram Pandit zur ungewissen Zukunft der deutschen Citibank sagen würde.


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Vor allem Unternehmensteile, die nicht zum Kerngeschäft zählen, sollen veräußert werden. Foto: dpa.
Bild vergrößernVor allem Unternehmensteile, die nicht zum Kerngeschäft zählen, sollen veräußert werden. Foto: dpa.

NEW YORK. Die von der Kreditkrise massiv belastete US- Großbank Citigroup will sich von Konzernteilen im Wert von rund 400 Mrd. US-Dollar (260 Mrd. Euro) trennen. Das entspricht rund einem Fünftel aller heutigen Vermögenswerte des größten US-Finanzkonzerns. Die Bank stehe vor einer der weltweit weitreichendsten Veränderungen, sagte der erst seit fünf Monaten amtierende Konzernchef Vikram Pandit am Freitag vor Investoren in New York.

Der Verkauf der Aktivitäten, die nicht genug Gewinn abwerfen oder nicht länger zum Kerngeschäft zählen, soll über die nächsten zwei bis drei Jahren erfolgen. Ob bei der Rosskur auch die auf dem Prüfstand stehende deutsche Citibank zum Verkauf steht, sagte Pandit nicht. Ein Gutteil der betroffenen Geschäfte stammt aus dem Immobiliensektor und damit verbundenen Bereichen. Die Kosten des Konzerns sollen Berichten zufolge um 20 Prozent gesenkt werden.

Die heftige Zwangsdiät bedeutet einen teilweisen Kurswechsel Pandits gegenüber seinen Vorgängern. Durch zahlreiche Fusionen und Übernahmen wuchs die Citigroup über Jahre hinweg zum riesigen, fast überall tätigen Finanzsupermarkt. Kritiker halten den Giganten längst für nicht mehr erfolgreich führbar. Pandit beharrt jedoch trotz der weitreichenden Verkäufe grundsätzlich auf der bestehenden Struktur. "Wir glauben, dass das richtige Modell eine globale Universal-Bank ist", sagte er vor den Investoren. Der 51-Jährige widersetzt sich damit Forderungen einiger Analysten nach einer völligen Aufspaltung des Riesen.

Die Bank schrieb in den vergangenen beiden Quartalen ein tiefrotes Minus von insgesamt 15 Mrd. Dollar und streicht derzeit Tausende Stellen. Ihre Abschreibungen und Werteinbußen wegen der Krise addieren sich auf mittlerweile rund 40 Mrd. Dollar (26 Mrd. Euro).

Im Gegenzug verschaffte sich die Bank etwa ebenso viel dringend benötigtes frisches Kapital. Pandit hatte den Chefsessel im Dezember übernommen, nachdem Vorgänger Charles Prince wegen der Probleme zurückgetreten war.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Pandit strebt neun Prozent Umsatzplus an


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