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13.05.2008 
Fusion

Übernahmeschlacht in Australien

Die australische Westpac Banking Corp. hat ein feindliches Übernahmeangebot für ihre Konkurrentin St. George Bank abgegeben. Bezahlen will Westpac-Chefin Gail Kelly den Kauf des nach Marktwert 14,9 Mrd. australische Dollar (9,1 Mrd. Euro) teuren Konkurrenten vollständig in Aktien.

Bloomberg SYDNEY. Durch eine Fusion würde ein Finanzinstitut mit einer Bilanzsumme von rund 500 Mrd. australischen Dollar entstehen, und damit die nach der National Australia Bank zweitgrößte Bank des fünften Kontinents entstehen. Das verwaltete Vermögen beliefe sich nach Berechnung von Westpac auf 108 Mrd. australische Dollar, und die fusionierte Bank hätte zehn Millionen Kunden.

Kaum jemand kann dabei die Vorteile einer Fusion so gut beurteilen wie Westpac-Vorstandsvorsitzende Kelly. Die 52-Jährige leitete nahezu sechs Jahre St. George und hatte erst am 1. Februar bei ihrem neuen Arbeitgeber angefangen. "Kelly verteidigte jahrelang St. George als das ewige Übernahmeziel, und jetzt nimmt sie von der anderen Seite aus Maß", sagte Jason Teh von der Vermögensverwaltung Investors Mutual. Die Aktien von Westpac und St. George wurden gestern vom Handel ausgesetzt. Kräftige Kursgewinne verzeichneten die Geldhäuser Bendigo & Adelaide und Bank of Queensland, da Investoren spekulierten, auch die anderen drei großen australischen Banken könnten sich um den Kauf von Regionalbanken bemühen. Miteinander dürfen die vier größten Finanzinstitute Australiens wegen gesetzlicher Vorschriften nicht fusionieren.

St. George wurde 1937 gegründet. In den sechs Monaten bis März fiel der Gewinn der Bank zehn Prozent. Es war der erste Rückgang seit sechs Jahren, ausgelöst durch höhere Refinanzierungskosten in der Folge der internationalen Kreditkrise. In den vergangenen zwölf Monaten ist der Aktienkurs 28 Prozent eingebrochen, so viel wie bei keinem anderen Wert im Banken-Teilindex der australischen Benchmark S&P/ASX 200.

Westpac hingegen hat den Gewinn in dem Sechsmonats-Zeitraum um 34 Prozent gesteigert. Die Aktie hielt sich in den letzten zwölf Monaten mit einem Minus von 4,8 Prozent an der Spitze des Banken-Teilindex.

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