Nach der Übernahme der Mehrheit am Finanzportal Onvista im vergangenen Jahr nutzt der französische Onlinebroker Boursorama den Markennamen nun auch für das deutsche Bankengeschäft. Der Onlinebroker Fimatex – eine Niederlassung der Boursorama – wird nach Informationen des Handelsblatts ab Donnerstag unter dem Namen Onvista Bank firmieren.
FRANKFURT. Die Internetseiten des auf Finanzinformationen spezialisierten Portals und die Bank werden entsprechend miteinander verbunden. Zugleich rückt mit Klaus-Jürgen Baum ab Juni ein Banker als Vorstandsvorsitzender an die Spitze des Finanzportals Onvista. Der 46-Jährige hat unter anderem mehr als fünf Jahre lang das Geschäft von Fidelity International in Deutschland und Österreich verantwortet. Der bisherige Alleinvorstand und Mitgründer von Onvista, Michael W. Schwetje, hatte den Aufsichtsrat informiert, seinen Vertrag nicht über September hinaus verlängern zu wollen. Im vergangenen Jahr hatte er seinen Anteil an der Onvista AG an die Boursorama SA veräußert. Boursorama hält inzwischen über 82 Prozent an Onvista. Boursorama, eine Beteiligung von Société Générale, besitzt in Europa mehrere Onlinebanken.
In Frankreich gibt es die Vernetzung von Finanzportal und Onlinebank bereits seit mehreren Jahren. Zunächst werde die Onvista Bank in Deutschland unter dem neuen Namen ihrem bisherigen Geschäftsmodell treu bleiben und sich auf aktive Trader und Privatanleger fokussieren, sagte der deutsche Niederlassungsleiter Ralf Freiherr von Ziegesar dem Handelsblatt. Dennoch strebt die Bank mit dem neuen Namen eine Expansion an. „Selbstverständlich erwarten wir im Rahmen der Neupositionierung eine höhere Markenbekanntheit und auch einen Zuwachs an Kundenzahl – vor allem aus Kreisen von Anlegern, denen der bisherige Name Fimatex nicht geläufig war.“
Die französische Großbank Société Générale hatte 1995 den Onlinebroker Fimatex gegründet und zwei Jahre später auch in Deutschland an den Start gebracht. In Deutschland kommt der Onlinebroker auf gut 22 000 Wertpapierkonten.

