Die hohen Verluste von MBIA und Ambac haben die Diskussion über die erstklassige Bonität der beiden amerikanischen Bondversicherer wiederbelebt. Die Ratingagentur Moody's äußerte Zweifel, ob die Bonitätsnote „AAA“ für die Firmen gerechtfertigt sei und kündigte mehr Klarheit bei der Bewertung an.
tor NEW YORK. MBIA hatte das erste Quartal mit einem Minus von 2,4 Mrd. Dollar abgeschlossen, bei Ambac beliefen sich die Verluste auf 1,66 Mrd. Dollar.
Die Bondversicherer sind auf eine erstklassige Bonität angewiesen, um ihre Kunden zu attraktiven Konditionen gegen Kreditausfälle bei Anleiheprodukten abzusichern. Die Bewertung dieser Anleihen hängt wiederum von der Kreditwürdigkeit der Versicherer ab. Hauptsorge der Ratingagenturen ist, dass die Verluste auf dem Hypothekenmarkt in den USA die Kapitalkraft der Bondversicherer übersteigen. MBIA, Ambac & Co waren vor wenigen Wochen knapp einer Existenzkrise entkommen.
Aber auch die Ratingagenturen selbst sind noch immer dabei, sich von den Folgen der Finanzkrise zu erholen. Sie stehen unter massiven Druck, ihre Bonitätsprüfung deutlich zu verbessern. Moody's hat jetzt angekündigt, die Bewertung von strukturierten Finanzprodukten durch zwei neue Indikatoren zu ergänzen. Die Neuerungen zielen vor allem auf so genannte „Collateralized Debt Obligations“ (CDOs). Dabei handelt es sich um Kreditpakete, die Anleiheprodukte unterschiedlicher Risikoklassen zusammenfassen. Moody's will den Investoren anzeigen, wie sensibel das Rating dieser komplexen Finanzprodukte auf unerwartet hohe Wertverluste der dahinter liegenden Sicherheiten wie Hypotheken reagiert. Auf diese Weise sollen überraschende Kursänderungen der Ratingagenturen vermieden werden.
Zugleich soll ein neuer Indikator den Investoren anzeigen, mit welchen Unsicherheiten die Modellannahmen der Kreditwächter verbunden sind. Der so genannte „Assumption Volatility Score“ gibt Auskunft über potenzielle Schwankungen in der Kreditbewertung. „Beide Maßnahmen werden mehr Klarheit in die Bewertung von strukturierten Finanzprodukten bringen“, sagte Michel Madelain, Chief Operating Officer von Moody's in New York. Das System könnte möglicherweise auch Streitereien entschärfen. Die Verluste von MBIA aus US-Wohnbaukrediten etwa sind dem weltgrößten Anleiheversicherer zufolge deutlich geringer ausgefallen als von der Ratingagentur Moody's berechnet.
Auch die Konkurrenten Standard & Poor’s und Fitch basteln an neuen Ratingvorschriften. Keine Änderungen wird es bei den direkten Bonitätsnoten geben. Moody's will das vom Firmengründer John Moody vor 100 Jahren erdachte Bewertungsalphabet beibehalten.

