Die Affäre um Fernsehsternchen Verona Pooth und ihren Ehemann Franjo mit der Stadtsparkasse Düsseldorf in einer weiteren Hauptrolle ist nur die bunteste Perle in einer Kette von Affären in der Landeshauptstadt, die die Branche in Aufruhr versetzt: IKB, WestLB, Düssel Hyp – wenn man nur die Schlagzeilen sieht, könnte man den Finanzplatz Düsseldorf abschreiben. Doch allen Unkenrufen zum Trotz ist er besser als sein Ruf.
Die Affäre um Fernsehsternchen Verona Pooth und ihren Ehemann Franjo mit der Stadtsparkasse Düsseldorf in einer weiteren Hauptrolle ist nur die bunteste Perle in einer Kette von Affären am Bankenplatz Düsseldorf, die die Branche in Aufruhr versetzt. Foto: dpa
DÜSSELDORF. Tief geduckt unter einem mächtigen Walmdach, versteckt hinter einer dichten Hecke liegt die Villa von Franjo Pooth nördlich von Düsseldorf am Rhein. Die schöne Verona lässt sich nicht blicken. Aber der Hausherr ist für einen Moment über der Hecke mit seinem wehenden Nackenhaar zu erkennen, wie er mit dem Handy gestikuliert.
Über der Tür steht der Spruch: „Oh glücklich Haus, in dem gute Freunde gehen ein und aus.“ In letzter Zeit ging hier auch die Staatsanwaltschaft ein und aus. Und Heinz-Martin Humme, der Chef der Stadtsparkasse Düsseldorf, bezahlte seine allzu enge Freundschaft mit seinem Job.
Die Affäre um das Fernsehsternchen Verona Pooth und ihren Ehemann ist nur die bunteste Perle in einer Kette von Affären am Finanzplatz Düsseldorf. Am schwersten wiegt die Krise der WestLB, die nach Fehlspekulationen am Tropf der Landesregierung hängt. Dramatisch auch die Lage der Mittelstandsbank IKB, die nach misslungener Zockerei mit US-Immobilienpapieren verzweifelt einen Käufer sucht.
Wenn man nur die Schlagzeilen sieht, könnte man Düsseldorf abschreiben. Was ist geblieben von dem Finanzplatz, der einst ernsthafter Konkurrent für Frankfurt war? Bis 1991 residierten zwei Vorstände der Deutschen Bank an der Königsallee – der „Kö“, wie die Düsseldorfer ihre Einkaufsstraße mit den hohen Bäumen, den teuren Autos und den edlen Geschäften nennen. Und die WestLB war noch unter Friedel Neuber bis in die 90er-Jahre der Star im öffentlich-rechtlichen Lager.
Doch in der Blütezeit lag schon der Keim zum Niedergang, denn die Verquickung aus SPD-Politik und Finanzen war nirgendwo so eng wie hier. „In Frankfurt bildete sich durch die Dynamik der Börse, der Europäischen Zentralbank und durch die Lehrstühle ein marktwirtschaftlicher Cluster heraus, während in Düsseldorf die Politik nie so richtig die Fäden aus der Hand geben wollte“, sagt ein Frankfurter Banker.
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