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15.05.2008 
Stellenabbau wahrscheinlich

Gebeutelte Credit Agricole zieht Konsequenzen

Mit einem harten Sanierungskurs, dem Verkauf von Unternehmensteilen und einer milliardenschweren Kapitalspritze zieht die französische Großbank Credit Agricole Konsequenzen aus der Kreditkrise. Im Mittelpunkt steht die Investmentbanking-Sparte Calyon, die die Auswirkungen der Turbulenzen an den internationalen Finanzmärkten besonders hart zu spüren bekam.

rtr PARIS. Hier sollen die Kosten um zehn Prozent gesenkt werden, teilte Frankreichs größte Privatkundenbank am Donnerstag mit. Unternehmensteile, die nicht zum Kerngeschäft zählen, sollen zudem veräußert werden. Etwa fünf Mrd. Euro könnten so potenziell über die kommenden eineinhalb Jahre erlöst werden.

Noch vor dem Sommer will Credit Agricole zudem seine in dieser Woche angekündigte, 5,9 Mrd. Euro schwere Kapitalerhöhung auf den Weg bringen - vorausgesetzt die Marktbedingungen stimmen. Wie schon die Royal Bank of Scotland und die britische HBOS will sich die Bank bei ihren Aktionären über die Ausgabe von Bezugsrechten frisches Kapital verschaffen.

Credit Agricole erläuterte nicht, welche Beteiligungen auf der Verkaufsliste stehen. Das Institut hält unter anderem etwa 16 Prozent an der französischen Investment-Firma Eurazeo sowie 5,6 Prozent an der italienischen Bank Intesa Sanpaolo, deren Aktie diese Woche unter Druck geriet, nachdem Gerüchte aufkamen, Credit Agricole stoße Anteile ab.

Experten hielten es zudem für wahrscheinlich, dass die bei Calyon angestrebten Kostensenkungen mit Stellenstreichungen einher gehen dürften. Finanzchef Bertrand Badre lehnte eine Stellungnahme dazu ab. Die Bank bestätigte aber Medienberichte, wonach der Leiter der Sparte für Verbraucherkredite, Patrick Valroff, Calyon-Chef Marc Litzler ablösen wird. Litzler werde eine „interne Berater-Rolle“ übernehmen.

Calyon hatte der Bank das Geschäft im Auftaktquartal verhagelt. Die Sparte musste 1,2 Mrd. Euro abschreiben, in den Büchern prangerte ein Verlust von 795 Mill. Euro. Der Agricole-Gewinn brach denn auch im ersten Vierteljahr unterm Strich um zwei Drittel auf 892 Mill. Euro ein, wie aus dem am Donnerstag offiziell vorgelegten, im Kern aber bereits bekannten Geschäftsbericht hervorging.

Ähnlich erging es wie vielen Instituten weltweit auch den anderen französischen Großbanken, wenn auch nicht ganz so hart. Frankreichs Branchenprimus BNP Paribas vermeldete diese Woche einen Rückgang des Nettogewinns um 21 Prozent. Bei der Societe Generale waren es 23 Prozent weniger. Die Aktien aller drei Häuser tendierten am Donnerstag im Minus.

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