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23.05.2008 
Händlerskandal

SocGen: Kerviel hatte möglicherweise Komplizen

Die französische Großbank Societe Generale schließt nun doch nicht mehr aus, dass der für einen Milliarden-Skandal verantwortliche Händler Jerome Kerviel einen Komplizen hatte. Das habe eine Untersuchung des Instituts ergeben, hieß es. Kerviels Vorgesetzen stellt der Bericht ein bitteres Zeugnis aus.

Jérôme Kerviel soll einen Komplizen gehabt haben. Foto: ReutersLupe

Jérôme Kerviel soll einen Komplizen gehabt haben. Foto: Reuters

HB PARIS. Es gebe Anzeichen dafür, dass ein Assistenz-Händler bei den Scheingeschäften Jerome Kerviels geholfen habe, heißt es im am Freitag veröffentlichten zweiten Untersuchungsbericht des Geldhauses zu den Vorgängen. Der verdächtigte Mitarbeiter habe fast 15 Prozent der fiktiven Buchungen Kerviels abgewickelt.

Allerdings gebe es keine endgültigen Beweise für eine Mittäterschaft, hieß es in dem Bericht weiter. Wegen der laufenden Strafermittlungen habe die Bank den Angestellten noch nicht zu den Vorwürfen befragen können und müsse es den Gerichten überlassen zu klären, ob es einen Komplizen im eigenen Haus gegeben habe.

Societe Generale hatte Kerviel bislang stets als Einzeltäter dargestellt. Ende Januar hatte das Institut bekanntgegeben, der Händler habe bei Fehlspekulationen 4,9 Mrd. Euro verwettet. Die Verluste haben die Bank in das Blickfeld von Übernahme-Interessenten gebracht.

Ein unvorteilhaftes Bild zeichnet der neue Bericht von Kerviels unmittelbaren Chefs. Der Vorgesetzte des Händlers habe weder die nötige Erfahrung für seine Aufgabe gehabt noch ausreichende Unterstützung bekommen. Zudem habe er ebenso wie sein übergeordneter Manager die Handelsaktivitäten Kerviels nur unzureichend überprüft.

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