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11.06.2008  | Aktualisiert 24.06.2008, 15:00 Uhr 
Finanzmarkt

Irische Banken in der Krise

von Michael Maisch

Die irischen Banken stecken in der Krise. Abhängigkeit vom Immobilienmarkt und eine schwache Konjunktur belasten die Geldhäuser. An einem einzige Tag brachen die Kurse um bis zu zehn Prozent ein. Und die Talsohle ist offenbar noch nicht erreicht.

LONDON. Der Juni war bislang kein guter Monat für die irischen Banken. Wenige Tage reichten aus, um die ohnehin angeschlagenen Institute auf der Insel endgültig in die Krise zu stürzen. Zunächst gerieten die Geldhäuser in den Sog der Turbulenzen um die englische Hypothekenbank Bradford & Bingley, dann sorgte eine Analystenstudie für einen weiteren Tiefschlag, von dem sich die Banken seither nicht erholt haben.

"Die irischen Banken werden zurzeit von allen Seiten in die Zange genommen", meint ein Londoner Fondsmanager. Zur Abhängigkeit vom britischen Immobilienmarkt komme die schwächelnde heimische Wirtschaft und die Verwerfungen der weltweiten Finanzkrise.

Als die englische Hypothekenbank Bradford & Bingley Anfang Juni eine drastische Gewinnwarnung ausgab und sich frisches Kapital von der Beteiligungsgesellschaft TPG besorgen musste, gehörten die irischen Banken zu den Hauptleidtragenden. An einem einzigen Tag brachen die Kurse um bis zu zehn Prozent ein.

Die Investoren fürchteten, dass die stark am britischen Immobilienmarkt engagierten irischen Institute in den Sog der aufziehenden Krise auf der großen Nachbarinsel geraten. In Großbritannien brachen die Hauspreise zuletzt so stark ein wie seit der Rezession Anfang der 90-er Jahre nicht mehr. In Irland selbst fallen die Hauspreise bereits seit einem Jahr.

Verschärft wurden die Turbulenzen für die irischen Banken durch eine Studie des Wall-Street-Hauses Citigroup wenige Tage nach dem Bradford & Bingley-Debakel. Die Analysten der US-Bank warnten, dass der Gewinn der Bank of Ireland 2009 um mehr als 30 Prozent einzubrechen drohe. Der Rat der Citi-Experten an die Investoren: Verkaufen. Ähnlich pessimistisch sehen die Analysten die Zukunft der Anglo Irish Bank, für die sie einen Gewinneinbruch von 18 Prozent vorhersagen.

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