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26.01.2007 

Heftig spekuliert wird dann auch bereits über Zumwinkels Nachfolger. Branchenexperten halten Logistik-Chef Allan für einen Kronprinzen. Doch der Brite hat bereits angekündigt, dass er sich nach der Integration von Exel in die DHL zurückziehen wolle. Auch der 54-jährige Finanzvorstand Edgar Ernst, dessen Vertrag noch bis November 2010 läuft, sowie Frank Appel, der die Querschnittsfunktionen im Konzern (Global Services) verantwortet, werden als Kronprinzen gehandelt. Beide haben ihre Karriere – wie auch der Chef – bei der Unternehmensberatung McKinsey begonnen. Damit hätten sie den Marschallstab im Koffer, glauben Post-Experten. Appel, Jahrgang 1961, sammelte bereits als Logistikvorstand Erfahrungen im operativen Geschäft. Derzeit betreut er „First Choice“, das ambitionierte Programm zur Qualitätsverbesserung im Konzern. Damit erhält er Einsicht in alle Bereiche des Konzerns.

Ausgeschlossen wird aber auch nicht, dass der neue Post-Chef von außen kommt. Denn der Neue muss sich an der Ausstrahlung Zumwinkels messen lassen, der auch als Verkäufer des Dax-Wertes in der Finanzwelt eine gute Figur macht. Außerdem gilt Zumwinkel als gut verdrahtet auf der Berliner Polit-Bühne. Für die Post von existenzieller Bedeutung: Zwar hat sich der Bund weitgehend als Eigentümer zurückgezogen. Doch ist die Post nach wie vor als Monopolist im Briefgeschäft auf das Wohlwollen der Politik angewiesen.

Verlängert wurden bereits die Verträge von DHL-Express-Chef John Mullen, Jahrgang 1955, um vier Jahre und von Appel um fünf Jahre. DHL-Europa-Chef Peter Kruse fiel den Umstrukturierungen zum Opfer. DHL Express wird wieder ein reiner Kurierdienst. Das Speditionsgeschäft (mit Danzas) wird der Logistiksparte zugeschlagen. In Deutschland wandert das Paketgeschäft zur Briefsparte. Mullen, der zuvor für Amerika und Asien zuständig war, ist nun Express-Alleinvorstand. Kruse, dessen Vertrag noch bis Dezember 2010 läuft, wurde zum Sonderberater von Zumwinkel ernannt.

Kruse gilt als Bauernopfer für die Analysten, die die schleppende Integration des Expressgeschäfts in Europa kritisch beäugen. Hier hakt es gewaltig, wie Zumwinkel jetzt in einer Mitarbeiterzeitschrift einräumte: „Bei Express gibt es in einigen Ländern Europas Qualitätsthemen, die es anzugehen gilt.“ Das große Sorgenkind US-Expressgeschäft scheint dagegen auf dem Weg der Besserung.

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