"Jemand wie Zumwinkel rutscht so etwas nicht einfach heraus“, sagt ein Investmentbanker. "So signalisiert man Interessenten: Macht euch mal Gedanken.“ Und ein anderer Beobachter ergänzt: "Das Thema Verkauf bewegt sich derzeit mit einer neuen Dynamik.“
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ist kein Schnäppchen mehr.
Die hohe Zahl der Interessenten wundert dabei niemand. "Mit der Postbank
erhält man auf einen Schlag einen signifikanten Marktanteil im deutschen Privatkundengeschäft“, sagt Unicredit
-Analyst Andreas Weese. Unter den Namen, die als Interessenten regelmäßig auftauchen, befinden sich Commerzbank,
HVB
und Deutsche Bank.
Letztere hatte die Postbank
2004 an die Börse geführt. Die Bundesregierung spielte schon damals mit dem Gedanken, eine Fusion zwischen Deutscher Bank und Postbank
anzuschieben – doch die Pläne scheiterten.
Ein Schnäppchen wäre die Postbank
nun nicht mehr. Bis zu 83 Euro je Aktie – derzeit kostet das Papier 53 Euro – könnte ein Käufer aus dem Inland angesichts vorhandener Synergien bieten, kalkuliert die Schweizer UBS.
Dies entspräche einer Marktkapitalisierung von 14 Mrd. Euro – derzeit sind es gerade einmal 8,7 Mrd. Euro. "Wir glauben, dass die Prämie, die ein Käufer zu zahlen bereit ist, angesichts der Rarität des Assets womöglich sogar noch bedeutend höher ist“, urteilt die UBS.
Andere geben sich angesichts der gesunkenen Bewertungen von Banken im Zuge der Finanzkrise skeptischer. "Man muss sich schon fragen, wieso die Post jetzt verkaufen sollte, wenn sie es bei beim Höchstkurs von über 74 Euro nicht getan hat“, fragt ein Analyst.
Mancher rätselt zudem, was der Logistik-Konzern mit dem Milliardenerlös aus einem Postbank
-Verkauf machen könnte. Schließlich ist Zumwinkel nach wie vor bemüht, mit DHL, Exel und Danzas die Zukäufe der vergangenen Jahre zu integrieren. Doch klar ist auch, dass die Bank nicht zum Kerngeschäft gehört und der Druck der Eigentümer wegen des schwachen Aktienkurses wächst. Mit einem Abschlag von 20 Prozent seit Jahresbeginn ist die Post-Aktie 2007 der zweitschlechteste Wert im Dax. Eine Sonderdividende oder ein Aktienrückkauf – bezahlt etwa aus dem Erlös des Postbankverkaufs – könnten da helfen, die Gemüter zu besänftigen. "Die Deutsche Post
muss etwas für ihren Kurs tun“, sagte der mächtige Chef von Deutschlands größter Fondsgesellschaft DWS dem Handelsblatt dazu.

