In Frankreich scheinen die Überlegungen dagegen in eine andere Richtung zu gehen. Da Frankreichs Banken vergleichsweise geringe Conduit-Engagements haben, könnte ein gemeinsames Investmentvehikel dafür gedacht sein, von den Märkten abgestrafte, hochwertige Wertpapiere günstig einzusammeln, heißt es aus Finanzkreisen.
Die Veröffentlichung der Quartalsergebnisse zeigte, dass Frankreichs Großbanken bis dato mit einem blauen Auge davon gekommen sind, die Gewinnrückgänge fielen zumeist geringer als vom Markt erwartet aus.
Dennoch sind auch die französischen Institute bei außerbilanziellen Investmentvehikeln aktiv. Laut den Unterlagen zu den Quartalsergebnissen betreibt BNP
Paribas sechs sogenannter Conduits, die wiederum Aktiva in denen Wertpapiere im 9,6 Mrd. Euro halten. Diese Vehikel hat die Bank mit Liquiditätslinien von über zehn Mrd. Euro unterlegt. Die Société Générale
sponsort ebenfalls sechs solcher Vehikel, in denen Aktiva im Wert von 20 Mrd. Euro investiert sind. Calyon, die Investmentbank von Crédit Agricole,
betreibt vier Conduits mit 18 Mrd. Euro Aktiva. Calyon hatte bereits mitgeteilt, dass keines der Conduits bisher auf die bereit gestellten Liquiditätslinien zurück greifen musste. Die Großkundenbank Natixis unterhält Conduits mit rund neun Milliarden Euro Aktiva.
Die Aktie von Natixis legte am Donnerstag gegen den Trend 18 Prozent zu. Auslöser war die Mitteilung der beiden Großaktionäre von Natixis, die Bankengruppe Banque Populaire und Caisse d'Epargne, die Kreditversicherungstochter CIFG Natixis abkaufen zu wollen.

