Das allerdings ist nach Einschätzung der Finanzaufseher wohl noch nicht alles. „Die indirekten Auswirkungen könnten sogar noch gravierender sein“, heißt es in dem Vermerk. Hinzu kämen Verluste in anderen Bereichen des US-Kreditgeschäfts, etwa bei Kreditkarten, Autofinanzierungen, Studenten-Krediten und in anderen Sektoren, die die Krise vertiefen könnten. Die Rede ist von neuen Verlustquellen, die zwar zunächst Finanzinstitute in den USA und in Europa treffen dürften, sich darauf aber nicht unbedingt beschränken müssten. Auch Hedge-Fonds, Versicherer und andere Fonds könnten stärker in Mitleidenschaft geraten.
„Es ist bereits offenkundig, dass die Subprime-Krise ihrer Natur nach eine globale ist, die sich auf viele Länder erstreckt hat“, befinden die BaFin-Experten. Es handle sich um das erste Mal, dass eine Krise in Kernbereichen des globalen Finanzsektors ein dermaßen großes Ausdehnungspotenzial gewonnen hat und die Realwirtschaft weltweit bedeutsam beeinträchtigt, heißt es.
Als bemerkenswert halten die Experten fest, dass die Verluste aus den Geschäften mit Ramschhypotheken in den USA sich auf relativ wenige Institute beschränken. Auf die fünf am stärksten betroffenen Finanzfirmen entfielen allein 40 Prozent aller Verluste. Insgesamt 30 Institute stellten 80 Prozent der Verluste. Fast 55 Prozent der Verlustsumme entfielen auf die USA, rund 37 Prozent auf europäische und nur sechs Prozent auf asiatische Banken. Besonders betroffen seien große Investmentbanken. Überhaupt seien die Banken mit 80 Prozent die Hauptbetroffenen. Das deute darauf hin, dass es bei der Krise um ein großes Risiko für das gesamte Finanzsystem gehe.
Eine Hoffnung hat sich nach Darstellung der BaFin-Experten möglicherweise ganz nebenbei mit der Krise und ihren Folgen erledigt. Das, was bisher zutage gefördert worden sei, „steht in krassem Gegensatz zu der These, dass Finanzinnovationen per se kräftige Wohlfahrtsaspekte innewohnen, indem sie für eine bessere Verteilung von Risiken sorgen“, heißt es in dem Vermerk. Und noch eine Beobachtung ist alles andere als beruhigend: Die Ausfall-Risiken aus laufenden US-Hypothekenverträge bleiben in diesem Jahr wegen absehbar ungünstigerer Konditionen hoch.
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