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11.04.2008 

Die Selbstverpflichtung der Großbanken zu mehr Tranzparenz wird als „wichtiger vertrauensbildender Beitrag“ gewertet. Finanzmarktaufseher fragen aber auch, was die führenden Banken daran hindert, sofort transparenter zu sein. „Bisher war die Krisenstrategie der Banken eher auf die Verteilung von Verlusten auf mehrere Jahre ausgerichtet, deshalb die mehrfache Nachmeldung von Verlusten“, wird von offizieller Seite kritisiert. Die Banken geben dafür aber den geltenden Bewertungsregeln die Schuld, die laufend neue Wertberichtigungen erfordern.

Fragezeichen setzen Aufsichtskreise auch hinter die vom IIF vorgelegte Selbstverpflichtung im Risikomanagement. „Wer sagt, dass nicht bald schon wieder der Performance-Druck stärker als das Risikobewusstsein ist“, heißt es. Bisher habe der IIF die Illusion verbreitet, die angeschlossenen Institute seien nicht nur „Global Finance Leaders“, sondern setzten auch im Risikomanagement Weltstandards. Wie hätten dann aber im Risikomanagement so gravierende Mängel auftreten können?

Auf Kritik stößt auch die vom IIF ins Auge gefasste „Market Monitoring Group“, eines Gremiums mit bis zu 20 hochrangigen Vertretern der Finanzwirtschaft, die bei Krisengefahr Alarm schlagen sollen. „Ob sich die schärfsten Konkurrenten auf den Märkten, und das sind die IIF-Finanzhäuser, untereinander die Wahrheit sagen werden, wenn es um Risikoeinschätzungen an den Märkten geht, bleibt fraglich“, so die Bedenken. Sollte aber ein solches Überwachungsgremium Zuspruch finden, empfehlen die Aufseher, es beim IWF oder bei die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) anzusiedeln.

Die Aufseher kritisieren auch, dass die Vorstellungen zur Änderung des Fair-Value-Ansatzes zur Bewertung von Aktiva vage blieben. Der geschäftsführende Direktor des IIF, Charles Dallara, hatte allerdings gegenüber dem Handelsblatt klargestellt, dass der IIF zwei Optionen diskutieren möchte: Erstens sollten Institute die Möglichkeit haben, Aktiva vom Handelsbuch in die Position „Halten bis zur Endfälligkeit“ zu verschieben. Zweitens sollten kritische Finanzprodukte mit einem abgezinsten Cash-Flow verbucht werden dürfen.

Lesen Sie weiter auf Seite 3: Schlupflöcher und Schattenbanken

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