Die Aufseher schauen nicht nur auf strukturierte Produkte. Sie interessieren sich für alle "Ansteckungswege", sagte Steffen. Dazu gehörten etwa auch Bankaktien. Deren Kurse seien inzwischen schon um rund 20 Prozent gefallen. Da die Versicherer im Schnitt aber nur acht bis zehn Prozent ihrer Anlagen in Aktien hielten, sei dies momentan zu verkraften. Dabei ging er nicht auf Beteiligungen von Versicherern an Banken ein, wie etwa die der Allianz an der Dresdner Bank.
Bei den in Planung befindlichen neuen europäischen Eigenkapitalvorschriften (Solvency II) wollen die Aufseher den höheren Risiken von strukturierten Papieren und nicht börsennotierten Aktien stärker Rechnung tragen, weil es dafür keine echten Marktwerte gibt. Außerdem gebe es dafür weniger gute Statistiken als für Aktien.
Geplant ist vorerst eine Eigenkapitalhinterlegung von 45 Prozent für diese riskanteren Papiere - je nach Rating der Anlage etwas mehr oder weniger. Für börsennotierte Aktien soll ein Kapital von 32 oder 39 Prozent erforderlich werden. "Die genauen Sätze sind aber noch nicht fixiert", sagte Steffen. Sie werden jedoch erst mal so in der am 21. April in Deutschland anlaufenden vierten Auswirkungsstudie zu Solvency II getestet (QIS4).
Zudem wird in die Tests erstmals ein Krisen-Szenario eingebaut, das die Versicherer im Fall von gleichzeitig fallenden Aktienkursen und Zinsen davor bewahrt, Aktien verkaufen zu müssen. "In diesem Fall reduzieren wir die Eigenkapitalanforderungen, um prozyklische Effekte zu verhindern und so die Aktienmärkte zu schonen", sagte der Ceiops-Chef. Schließlich seien die Versicherer eine der bedeutendsten Investorengruppe.

