Für dieses Jahr rechnet der Rückversicherer angesichts der rückläufigen Prämien, die Versicherungen wie HUK Coburg oder Aachen-Münchener derzeit für den Schutz vor übergroßen Risiken zahlen, sowie wegen des starken Euro, mit einer Stagnation bei den Beitragseinnahmen (Nettoprämie).
Dabei legt das Unternehmen einen Wechselkurs von 1,55 Dollar je Euro zugrunde. Bislang war der Konzern von einem Plus von fünf Prozent ausgegangen. "Die Abwertung des US-Dollar um zehn Cent bedeutet für uns den Verlust von Bruttoprämie von 200 Millionen Euro", sagte Zeller. Während Hannover Rück
in der dominierenden Schaden- und Unfall-Rückversicherung nun von einem Rückgang der Beiträge um fünf Prozent ausgeht, soll die die Sparte Lebensversicherung um 12 bis 15 (2007: 18) Prozent wachsen.
Gleichzeitig wird es für Hannover Rück
schwieriger, an der Börse Geld zu verdienen, wo sie einen Teil der Beitragseinnahmen anlegt. "Wenn die Marktturbulenzen anhalten kann es sein, dass das Kapitalanlageergebnis in diesem Jahr zurückgeht", sagte Finanzchefin Elke König. Im ersten Quartal schrieb die Hannover Rück
86 Millionen Euro auf Wertpapiere ab, seit Beginn der Finanzkrise 160 Millionen Euro. Damit steht das Unternehmen deutlich besser da als Wettbewerber Swiss Re, der allein im ersten Quartal 819 Millionen Franken abschrieb und vergangenes Jahr bereits 1,2 Milliarden Franken.
Für Wachstum sollen bei Hannover Rück
auch weiterhin Übernahmen sorgen. Einige Akquisitionsziele habe das Unternehmen nun enger ins Auge gefasst, sagte Zeller. "Wir arbeiten an ein bis zwei Akquisitions-Projekten." An der Börse wurde spekuliert, er beziehe sich damit auf den Finanzdienstleister MLP. "Da ist nichts dran", sagte Zeller. "In der Personen-Rückversicherung gibt es durchaus weiße Flecken auf der Landkarte - hier sind wir an Akquisitionen interessiert." In der Sparte Schadenrückversicherung hege das Unternehmen hingegen keine Übernahme-Pläne.

