Verantwortlich für die Misere bei den Banken ist der fast völlige Zusammenbruch des Hypothekengeschäfts. Investmentbanken wie Lehman Brothers und Merrill Lynch haben schon ganze Tochtergesellschaften im Immobiliengeschäft geschlossen. Mehr als 100 Baufinanzierer mussten ihre Tätigkeit einstellen.
Aber auch das Investment-Banking steckt nach Einschätzung von Experten in seiner tiefsten Krise seit 30 Jahren. Nach Schätzungen der Marktforscher von Dealogic sind die Einnahmen dort um etwa die Hälfte zurückgegangen. Ähnlich stark betroffen ist das Beratungsgeschäft bei Fusionen und Übernahmen.
In Europa trifft es den Finanzplatz London besonders hart. Der Informationsdienst Experian warnt, dass in diesem Jahr bis zu 20 000 Angestellte in der City wegen der Finanzkrise ihren Job verlieren könnten. Sollten die Experten recht behalten, würde die Kreditkrise die City ähnlich hart treffen wie das Platzen der Internetblase Anfang des Jahrzehnts. Damals gingen ebenfalls rund 20 000 Stellen verloren. Zuletzt bot das Finanzviertel der Rekordzahl von 350 000 Menschen einen Arbeitsplatz. "Der Arbeitsplatzabbau ist quer durch die Branche und quer durch alle Bereiche in vollem Gange", sagte ein Londoner Investmentbanker. "Wir bereiten uns auf eine längere Eiszeit vor."
In der deutschen Finanzbranche ist dagegen kein Kahlschlag in Sicht. Am heftigsten hat es bisher die Landesbanken erwischt: So will die WestLB bis zum Jahr 2010 insgesamt 1 350 Jobs streichen. Die ebenfalls krisengeschüttelte BayernLB hat in der verlustreichen Sparte Financial Markets bisher 80 Jobs abgebaut.
Bei den großen privaten Geschäftsbanken hat die Deutsche Bank seit Ausbruch der Krise rund 800 Stellen abgebaut, vor allem im US-Hypothekengeschäft. Unter dem Strich blieb die Stellenzahl bis Ende des ersten Quartals 2008 jedoch weitgehend konstant, da die Bank in anderen Sparten neu eingestellt hat.
Und die DZ Bank will in diesem Jahr sogar 250 neue Stellen schaffen. Der Grund: Das Institut will sein Investment-Banking stärken und profitiert nun von den günstigen Bedingungen auf dem Arbeitsmarkt.

