Seit vergangenen Sommer hatten die riskanten Papiere ein Loch von insgesamt 4,3 Mrd. Euro in die Bilanz der BayernLB gerissen. Davon wurden 1,1 Mrd. Euro als Wertberichtigungen im ersten Quartal verbucht. Das machte die kräftigen Zuwächse bei Zins- und Provosionsüberschüssen nach der Übernahme der österreichischen Hypo-Alpe-Adria-Bank zunichte. Schon 2007 hatte die Landesbank wegen der hohen Abschreibungen nur noch einen kleinen Jahresgewinn von 175 Mill. Euro gemacht.
Zusammen mit der inzwischen verkauften SachsenLB zählt die BayernLB zu den am schwersten von der Finanzkrise getroffenen Landesbanken. Die SachsenLB ging an die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW). Mit ihr würden die bayerischen Sparkassen auch die BayernLB gerne fusionieren. Die regionalen Sparkassen halten wie der Freistaat 50 Prozent der Anteile.
Über die Auslagerung von Risikopapieren im Volumen von 24 Mrd. Euro wird derzeit verhandelt. Hierfür wird eine Garantie von sechs Milliarden Euro fällig. Davon trägt die Bank 1,2 Milliarden Euro selbst, die Eigentümer haben je 2,4 Milliarden zugesagt. „Ziel ist es, dass der Schirm Ende Juni finalisiert ist“, sagte ein hochrangiger Manager der Landesbank. Dann müsse noch die EU zustimmen.
„Mit dem Schirm könnten wir einen Schlussstrich unter die Krise ziehen und die Belastungen limitieren“, ergänzte der Banker. Die BayernLB geht Finanzkreisen zufolge davon aus, dass sich die kritischen Märkte, die sich zuletzt etwas stabilisiert haben, durchaus noch einmal verschlechtern können.
Die Eigentümer könnten Teile ihrer Bürgschaft an private Investoren weiterreichen und ihnen damit einen Einstieg bei der BayernLB ermöglichen. Das war bei dem öffentlich-rechtlichen Institut bisher undenkbar, sei nun aber kein unrealistisches Szenario mehr, sagte der Manager mit Blick auf die Überprüfung durch Brüssel. Die EU hatte vor einigen Jahren den Landesbanken die Staatsgarantien gestrichen, seitdem müssen sie sich in einem wesentlich härteren Wettbewerb bewähren.

