| HANDELSBLATT, Freitag, 9. Mai 2008, 09:46 Uhr | ||||||||||||||||||||||||||||||
Das erste Quartal der Allianz ist nach Einschätzung eines Analysten enttäuschend verlaufen. Der Bereich Leben/Kranken leide unter einer Absatzflaute, schwierig stelle sich auch die Situation im Asset-Management dar. Das seien allerdings keine spezifischen Allianz-Probleme, sondern branchentypische Erscheinungen. Insgesamt sah der Analyst den Versicherungskonzern auf dem richtigen Weg, allerdings sei für das Erreichen der Jahresziele eine erfolgreiche Restrukturierung der Dresdner Bank und ein Anspringen des Kapitalmarktes notwendig. Ein zweiter Analyst wies mit Blick auf die Zahlen insbesondere auf die Probleme bei der Bank- Tochter hin. Hier hätten sich der Provisionsüberschuss wie auch der Zinsüberschuss deutlich schlechter als bei den Mitbewerbern entwickelt. Das deute auf Marktanteilsverluste hin. Der Ausblick der Allianz wurde als sehr zurückhaltend beschrieben, weitere Abschreibungen seien nicht auszuschließen, hieß es. Wann sich die Kurse an den Kreditmärkten stabilisierten, sei nicht abzusehen, erklärte der Münchener Konzern. Die Allianz bekräftigte angesichts der Verluste der Problemtochter, dass das Renditeziel für das Bankgeschäft von mindestens 15 Prozent bis 2009 nicht mehr erreichbar sei. Es sei nicht davon auszugehen, dass die Ergebnisse in diesem und nächstem Jahr so gut ausfielen, dass der Rückstand aus 2007 kompensiert werde. „Für die Zukunft“ werde eine solche Rendite auf das eingesetzte Risikokapital aber weiter angestrebt.
Die Dresdner Bank ist seit langem ein Bremsklotz für den Allianz-Konzern, der auch die mittelfristigen Gruppenziele wegen der Probleme der Tochter mittlerweile nur noch für schwer erreichbar hält. Analysten rechnen daher zunehmend damit, dass sich der Versicherer über kurz oder lang von dem Institut trennen wird. Dabei steht besonders das Privatkundengeschäft im Fokus potenzieller Interessenten, da die Bank hier weiter schwarze Zahlen schreibt. Die Allianz will diese Sparte in eine eigene Tochter auslagern. Für Dresdner Kleinwort rechnen Investmentbanker dagegen mit nur geringem Interesse. Allianz will Dresdner Bank bis Ende August aufspalten Die Allianz hat derweil ihre Pläne bekräftigt, die Tochter Dresdner Bank zum 31. August aufzuspalten. Dabei gehe es zunächst um die Ausgliederung der Privat- und Geschäftskundensparte in eine rechtlich eigenständige Tochter, sagte Allianz-Finanzchef Helmut Perlet am Freitag in einer Telefonkonferenz. Für die Investmentsparte Dresdner Kleinwort gebe es dagegen noch keinen konkreten Zeitplan für eine Auslagerung. Der Stellenabbau in diesem Bereich sei bereits wie angekündigt vollzogen worden. Nach früheren Angaben sollten im Investmentbanking wegen der Krise bei Dresdner Kleinwort 450 der weltweit 6000 Stellen wegfallen. Die Allianz will laut Perlet eine aktive Rolle bei der Bankenkonsolidierung in Deutschland spielen. Die Aufspaltung gilt dabei als wichtiger Schritt, da mit einem regen Interesse insbesondere an dem Privat- und Firmenkundengeschäft der Dresdner Bank gerechnet wird. | ||||||||||||||||||||||||||||||
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