Die Finanzaufsicht hat der Frankfurter Anlagefirma Phoenix Kapitaldienst den weiteren Geschäftsbetrieb untersagt. Phoenix Kapitaldienst dürfe keine weiteren Ein- und Auszahlungen von Kundengeld vornehmen, sagte eine Sprecherin der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) der „Süddeutschen Zeitung“.
HB FRANKFURT/M. Es habe „Unklarheiten“ über den Verbleib von Anlegergeldern gegeben. Bei den Investitionen sei erheblicher Verlust entstanden. Die Finanzfirma spreche von einem Schaden bis zu 600 Mill. Euro und habe die Überschuldung angezeigt, berichtete die SZ.
Das Unternehmen hat 30 000 Kunden. Die Geschäftsführung ließ der SZ zufolge verlauten, dass es zu Unstimmigkeiten in der Saldenabstimmung zwischen Phoenix und seinem Hauptbroker Man Financial in London gekommen sei. „Kontounterlagen wurden offenbar gefälscht, um die tatsächliche Situation im Managed Account zu vertuschen“, hieß es. Das Unternehmen habe Anhaltspunkte, dass der langjährige Chefhändler die Fälschungen vorgenommen habe. Bei der Frankfurter Staatsanwaltschaft ist laut BaFin noch kein Verfahren anhängig.
Phoenix Kapitaldienst galt der SZ zufolge in einschlägigen Anlegerforen im Internet als Geheimtipp. Jahrelang habe das Unternehmen, das Geld der Anleger im Terminbörsenhandel investiert und versucht, von fallenden und steigenden Kursen zu profitieren, überdurchschnittlich hohe Renditen ausgewiesen.
Die Phoenix-Geschäftsleitung habe am Freitag bei der Bafin eine Anzeige wegen Überschuldung des Unternehmens erstattet, berichtete die SZ. Da das Unternehmen Mitglied in der Entschädigungseinrichtung der Wertpapierhandelsunternehmen (EdW) sei, könnten die 30 000 Anleger, die unter anderem aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Skandinavien stammen, hoffen, wenigstens einen Teil ihrer Gelder zurückzuerhalten.

