| HANDELSBLATT, Montag, 14. Januar 2008, 15:51 Uhr | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Konsumentenkredite | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Landesbank Berlin kauft Kreditgeschäft der BHW Bank | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Die Landesbank Berlin (LBB) hat das Kreditgeschäft der Postbank-Tochter BHW Bank erworben. „Mit dem Zukauf stärken wir deutlich unser Konsumentenkreditgeschäft“, sagte LBB-Chef Hans-Jörg Vetter am Montag. Es gehe dabei um Darlehen im Bereich Absatzfinanzierung und Kreditkarten. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
HB FRANKFURT. Das Volumen der Kredite liege bei rund 485 Mill. Euro. Die BHW-Sparte solle innerhalb der nächsten sechs Monate in die LBB integriert werden. Über den Kaufpreis sei Stillschweigen vereinbart worden. Ein Sprecher der Postbank erklärte, der Verkaufsgewinn für das Bonner Geldhaus liege im kleineren zweistelligen Millionenbereich. Die LBB gehört seit Mitte 2007 den bundesweit rund 450 Sparkassen. Nach den Plänen von Sparkassen-Präsident Heinrich Haasis soll die LBB als Vertriebs- und Produktplattform für die öffentlich-rechtlichen Institute dienen. Unter anderem wollen die Institute das Absatzfinanzierungsgeschäft stärken. Dabei handelt es sich um Kredite an Verbraucher zur Finanzierung von Waren wie Autos oder Haushaltsgeräten.
Das ebenfalls zur BHW Bank gehörende Fondsgeschäft wird die Postbank dagegen Finanzkreisen zufolge behalten. Das Institut betrachte die 82 000 Depotkunden als Stammkunden und sehe Ansatzpunkte für den mobilen Vertrieb, sagte eine mit der Transaktion vertraute Person. Das Depotvolumen lag Mitte 2006 bei rund 860 Mill. Euro. Die größte deutsche Filialbank hatte die BHW Bank vor zwei Jahren bei der 1,8 Mrd. Euro schweren Übernahme der BHW Bausparkasse miterworben. Seit mehreren Monaten hatte sie Optionen für die Bank-Tochter ausgelotet und zeitweise auch einen Komplettverkauf in Betracht gezogen. Im Sommer 2007 hatte die Postbank ihr Versicherungsgeschäft an Talanx verkauft. Der seit Juli 2007 amtierende Postbank-Chef Wolfgang Klein hat diverse Tochtergesellschaften und Beteiligungen auf den Prüfstand gestellt. Er will den Vertrieb der Bank zudem stärker auf die rund 4,6 Mill. Stammkunden ausrichten, die ihre Geschäfte vorwiegend über die Postbank abwickeln. Deren Zahl soll in den nächsten drei Jahren auf 5,2 Mill. zulegen. Insgesamt zählt das Institut fast 15 Mill. Kunden. Die Postbank kämpft wie andere Institute auch wegen des scharfen Wettbewerbs um Privatkunden seit Jahren mit einer Wachstumsschwäche. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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