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25.06.2007 
Milliardenschaden für Versicherer

Orkan „Kyrill“ kommt teurer als gedacht

„Kyrill“ hatte in diesem Winter ganze Wälder umgeknickt und Ortschaften verwüsten. Die Aufräumarbeiten dauern bis heute an. Der Orkan wird auch in den Bilanzen der deutschen Versicherungsbranche tiefe Spuren hinterlassen – weit tiefere als gedacht.

HB BERLIN. Die Versicherer müssten davon ausgehen, dass der Sturm mehr als 3 Mrd. Euro Schaden angerichtet habe, erklärte der Branchenverband GDV am Montag in Berlin. Damit musste der GDV zum wiederholten Male die Schadensbilanz des Sturms nach oben korrigieren. Zuletzt hatte er noch 2 Mrd. Euro geschätzt. Zum Vergleich: Der Orkan „Lothar“ hatte 1999 nur rund 700 Mill. Euro gekostet. Entsprechend negativ wird sich „Kyrill“ auf die Gewinne der Schaden- und Unfallversicherer auswirken.

Der Gewinn, der sich aus der Differenz von Schäden und Aufwendungen einerseits sowie den Prämieneinnahmen andererseits ergibt, werde voraussichtlich auf 1,3 Mrd. Euro zurückgehen – von 3,9 Mrd. im Jahr 2006. So seien alleine die Erstattungen für Schäden an Wohnhäusern um 45 Prozent gestiegen. In der Folge werde sich die so genannte Schaden/Kosten-Quote der Branche um 6 Punkte auf 97 Prozent verschlechtern. Außerdem werden dem Verband zufolge in diesem Jahr die Beitragseinnahmen wohl um 0,4 Prozentpunkte schrumpfen.

Der Branche macht auch der weiter scharfe Wettbewerb bei Autoversicherungen zu schaffen. In diesem Jahr würden die Schäden wohl höher als die Beitragseinnahmen ausfallen, die erneut um 2,4 Prozent schrumpfen werden. Die Jahresprämien lägen mittlerweile auf dem Niveau von vor 25 Jahren, obwohl sich die Lebenshaltungskosten seitdem um 60 Prozent erhöht hätten, sagte Edmund Schwake, der beim GDV den Bereich Schaden- und Unfallversicherung betreut. Schlecht für die Versicherer sei zudem, dass wegen der starken Konjunktur auch mehr – vor allem von Spediteuren – gefahren werde. Daher seien auch mehr Schäden zu erwarten.

Bei den Beiträgen könnte die Talsohle allerdings erreicht sein. Bei Neuverträgen stiegen mittlerweile die Prämien wieder leicht an, sagte Schwake. Positiv für die Versicherer dürfte sich auch das Alkoholverbot für Fahranfänger in der Probezeit auswirken. Betrunkene Autofahrer unter 21 Jahren hätten in der Vergangenheit 15 Prozent aller Unfälle mit Verletzten oder Toten verursacht. Sollte die Regelung Wirkung zeigen, sollte die Politik nach Schwakes Ansicht auf 21- bis 25-Jährige ausgedehnt werden.

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