Der weltgrößte Rückversicherer Swiss Re hat im zweiten Quartal dank der Übernahme der Rückversicherungssparte von General Electric (GE) sein Ergebnis deutlich gesteigert. Das Unternehmen übertraf damit die Erwartungen von Analysten. Von der Krise im Markt für nicht erstklassige US-Hypotheken waren die Schweizer praktisch nicht betroffen.
HB ZÜRICH. Der Rückversicherungskonzern steigerte nach Angaben vom Dienstag den Reingewinn gegenüber dem entsprechenden Vorjahresquartal um 45 Prozent auf 1,19 Mrd. Franken (726 Mill. Euro). Swiss Re blieb damit allerdings am unteren Rand der Analystenerwartungen.
Die verdienten Prämien erhöhten sich um 17 Prozent auf 7,96 Mrd. Franken, was zu einem grossen Teil der Akquisition des Rückversicherungsgeschäfts von General Electric zuzuschreiben ist. Das GE-Geschäft, das sich Swiss Re 7,4 Mrd. Dollar hat kosten lassen, ist erst seit Mitte 2006 konsolidiert.
Im traditionellen Nichtleben-Geschäft, das für über die Hälfte der Prämieneinnahmen steht, verbesserte sich die Profitabilität; der kombinierte Schaden-Kosten-Satz sank auf 90,7 von 93,7 Prozent. Für das Gesamtjahr wollte sich Finanzchef George Quinn allerdings nicht auf eine Prognose einlassen. Die Saison mit den üblicherweise grossen Naturkatastrophen wie etwa Wirbelstürmen stehe erst bevor, sagte er in einer Telefonkonferenz.
Bisher waren die Grossschäden vergleichsweise gering. So rechnet Swiss Re durch die Überschwemmungen in Grossbritannien im Juni und Juli dieses Jahres mit netto rund 100 Mill. Franken Schadenbelastung. Für die Stürme und Überschwemmungen in Australien im Juni veranschlagt das Unternehmen 150 Mill. Franken. Insgesamt geht der Konzern für das erste Halbjahr, in das auch der Orkan „Kyrill“ fällt, der zu Jahresanfang über Mitteleuropa hinweg gezogen war, von 1,21 Mrd. Franken Schadenbelastung durch Naturkatastrophen aus.
Zu den weiteren Aussichten sagte CEO Jacques Aigrain: „Der Ausblick für das restliche Jahr bleibt gut, vorausgesetzt wir haben eine durchschnittliche Belastung durch Naturkatastrophen.“ Swiss Re sehe sich zudem nach weiteren Übernahmen im Bereich Admin Re - geschlossene Lebensversicherungs-Portfolios - um.
Seine bereits seit einiger Zeit geltenden Ertragsziele veränderte Swiss Re nicht. Der Konzern strebt ein Gewinnwachstum pro Aktie von zehn Prozent sowie eine Eigenkapitalrendite (ROE) von 13 Prozent über den gesamten Zyklus an. Im zweiten Quartal betrug der ROE 16,8 Prozent und lag damit erneut deutlich über der Zielmarke.
Am Vortag hatte Swiss-Re-Konkurrent Münchener Rück nach einem starken ersten Halbjahr die Prognose angehoben.
Die Swiss-Re-Aktien stiegen im Eröffnungshandel um 0,9 Prozent auf 101,90 Franken und hinkten damit dem europäischen Sektorindex hinterher.
Kein Thema ist bislang die Krise im Markt für nicht erstklassige US-Hypotheken für Swiss Re. „Im zweiten Quartal hatte Subprime nahezu keine Auswirkungen auf Swiss Re“, sagte Finanzchef Quinn. Bei einem Anlagevolumen von insgesamt 190 Mrd. Franken entfielen lediglich 500 Mill. Franken auf Subprime-Anlagen, sagte er. Dazu kämen noch einige kleinere Subprime-Exposures in anderen Bereichen. Im Bereich Leverage Buy Out sei Swiss Re nicht engagiert.

