Beim alljährlichen Prämienpoker der Rückversicherungskonzerne mit ihren Kunden, den Erstversicherern, in Monte Carlo zeichnet sich ein Trend zu sinkenden Rückversicherungsprämien ab. Die Versicherer und ihre Rückversicherer verhandeln seit Sonntag in Monte Carlo die erste Runde der so genannten jährlichen Vertragserneuerungen.
HB MONTE CARLO. Die beiden Branchenführer Swiss Re und Münchener Rück scheinen sich bereits damit abgefunden zu haben, dass sie nächstes Jahr von ihren Kunden etwas weniger Geld dafür in Rechnung stellen können, dass sie einen Teil deren Risiken übernehmen und versichern.
Zwar wies Swiss Re am Montag darauf hin, dass die Schäden aus Naturkatastrophen nach dem Wintersturm „Kyrill“ und einer Reihe von Hurrikanen und Überschwemmungen dieses Jahr dreimal höher ausfallen dürften als im letzten Jahr. Gleichwohl räumte der weltgrösste reine Rückversicherer ein, dass die Prämien leicht sinken könnten. „Der Trend bei den Rückversicherungsprämien ist bei einem gesunden Niveau zumeist stabil oder mässig abwärts gerichtet“, hieß es bei Swiss Re. Die Münchener sprachen von einem verstärkten Druck zu Preissenkungen.
Dass die Prämien unter Druck kommen dürften, hat damit zu tun, dass es den Erstversicherungen wieder besser geht. Sie haben mehr Kapital und Reserven angesammelt und sind weniger auf die Rückversicherungen angewiesen. So erklärte etwa der Versicherungskonzern Zurich Financial Services bereits im Vorfeld es Treffens, er sehe Raum für Preissenkungen für Rückversicherungsdeckungen.
Überdies sind die Rückversicherer in den letzten Jahren nicht schlecht weggekommen. In den letzten acht Jahren waren die Preiserhöhungen in den verschiedenen Segmenten unter dem Strich grösser als die Preisrückgänge, wie der Chef der Hannover Rück, Wilhelm Zeller, in Monte Carlo sagte.
Alles in allem prognostiziert Swiss Re den Erst- wie den Rückversicherern für 2007 solide Resultate, die vielleicht aber unter dem Niveau von 2006 liegen könnten.
Für die Aktionäre der Swiss Re muss das alles kein Nachteil sein. „Wenn wir ein mittelmässiges Marktumfeld haben und unsere Top-Line deutlicher zurückfahren müssen, wären wir offensichtlich in der Lage, die Aktienrückkäufe im Jahr 2008 zu beschleunigen“, sagte Swiss Re-Chef Jacques Aigrain in Monte Carlo. Sollte die Gesellschaft weniger Geschäft zeichnen, müsste sie auch weniger Kapital halten und könnte mehr davon an die Aktionäre zurückgeben.

