Die Münchener Rück kauft in den USA zu. Wie der zweitgrößte Rückversicherer der Welt am Mittwoch mitteilte, übernimmt er sämtliche Anteile an dem Spezialanbieter Midland aus dem US-Staat Ohio. Dafür legen die Münchner eine größere Summe auf den Tisch.
HB MÜNCHEN. Die Münchener Rück bezahlt 1,3 Milliarden Dollar (rund 900 Millionen Euro). Die Übernahme, die Teil der Neuausrichtung des Dax-Konzerns in den USA ist, soll im zweiten Quartal 2008 über die Bühne gehen.
Midland ist im Erstversicherungsmarkt auf Nischensegmente spezialisiert. Unter anderem bietet die Firma Versicherungen für Fertighäuser an, hier zählt sie zu den größten drei in den USA. 2006 kam Midland auf Beitragseinnahmen von 832 Millionen Dollar. Den Gesamtmarkt für Spezialabsicherungen schätzt die Münchener Rück auf rund 80 Milliarden Dollar.
Je Midland-Aktie bietet die Münchener Rück 65 Dollar. Am Dienstag hatten die Papiere den Handel an der US-Technologiebörse Nasdaq bei 57,27 Dollar beendet. Die Deutschen zahlen also einen Aufschlag von gut 13 Prozent.
Erst in der vergangenen Woche hatte die Münchener Rück ihre neue US-Strategie vorgestellt, mit der der operative Gewinn in den USA mittelfristig verdoppelt werden soll. Zukäufe im Markt mit Spezialversicherungen sind Teil dieser Strategie.
Die Münchener Rück musste in den vergangenen Jahren bei ihrer US-Tochter wegen hohen Zahlungen für Asbest-Haftpflichtschäden immer wieder an die Reserven gehen und kämpfte mit Verlusten.

