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05.11.2007 
Quartalszahlen

Hypothekenkrise trifft auch Münchener Rück

Die Münchener Rück hat ihren Gewinn im dritten Quartal um mehr als zwei Drittel gesteigert. Der Überschuss sei auf rund 1,2 Milliarden Euro geklettert, teilte der weltweit zweitgrößte Rückversicherer am Montag mit. Eine Tatsache kommt ihm besonders zugute. Dennoch spüren auch die Münchener die US-Hypothekenkrise.

Die Figur "Walking Man" steht vor dem Verwaltungsgebäude der Münchener Rückversicherungs-Gesellschaft AG in München. Das Unternehmen bleibt in Bewegung. Foto: dpaLupe

Die Figur "Walking Man" steht vor dem Verwaltungsgebäude der Münchener Rückversicherungs-Gesellschaft AG in München. Das Unternehmen bleibt in Bewegung. Foto: dpa

HB MÜNCHEN. Die Münchener Rück profitiert schon jetzt von der anstehenden Steuerreform, ist aber stärker von der US-Hypothekenkrise betroffen als zunächst angenommen. Seit Jahresbeginn seien Verluste von 150 Millionen Euro angefallen, allein 115 Millionen davon im dritten Quartal, teilte der weltweit zweitgrößte Rückversicherer am Montag mit. Bislang hatte der Konzern maximal mit Belastungen von rund 100 Millionen Euro gerechnet.

Das Portfolio in den kritischen Märkten sei um ein Drittel auf 400 Mill. Euro reduziert worden – bei Kapitalanlagen von mehr als 170 Mrd. Euro. Die Krise hatte zuletzt für heftige Turbulenzen an den Börsen gesorgt. Zahlreiche Großbanken mussten Mrd. abschreiben.

Die Münchener Rück erwartet keine weitere Belastung durch die Krise. „Das Thema ist für uns gelaufen“, sagte Finanzvorstand Jörg Schneider am Montag in einer Telefonkonferenz. Damit kommt die Münchener Rück offenbar relativ glimpflich davon. Die US-Hypothekenkrise hatte an den Börsen für heftige Turbulenzen gesorgt. Zahlreiche Banken mussten Milliarden abschreiben.

Der weltweit zweitgrößte Rückversicherer bleibt damit auf Rekordkurs: „Wir könnten den bisher angepeilten Jahresgewinn von 3,5 bis 3,8 Mrd. Euro leicht übertreffen“, sagte Finanzchef Jörg Schneider. Bis Ende September summierte sich der Überschuss bereits auf 3,3 Mrd. Euro. Im kommenden Jahr will er mehr als drei Milliarden Euro verdienen, wie er am Montag in einer Telefonkonferenz sagte.

Operativ lief es im dritten Quartal nicht so rund: Das Ergebnis im Tagesgeschäft fiel um 13 Prozent auf 1,1 Mrd. Euro. Allerdings war das Vorjahr extrem gering durch Naturkatastrophen belastet. So lag die Schaden-Kosten-Quote im dritten Quartal 2006 bei 90,4 Prozent, 2007 waren es 97 Prozent. Das ist der Wert, den die Münchener Rück in der Rückversicherung auch für das Gesamtjahr anstrebt. Unterhalb einer Quote von 100 Prozent sind Schadenzahlungen und Verwaltungskosten aus den Prämieneinnahmen gedeckt, was zu einem Gewinn führt.

Größter Schaden im dritten Quartal war der Hurrikan „Dean“. Er belastet die Münchner mit 60 Mill. Euro vor Steuern. Durch die Waldbrände in Kalifornien erwartet der Konzern eine Belastung von rund 50 Millionen Euro. Vorstandsmitglied Torsten Jeworrek sprach am Montag in einer Telefonkonferenz von einem mittleren zweistelligen Millionenbetrag. Den gesamten versicherten Schaden schätzen Experten derzeit auf mehr als eine Milliarde Dollar. Zu Buche schlugen für den Rückversicherer auch Erdbeben in Peru und Japan, Überschwemmungen in Großbritannien sowie das Flugzeugunglück in Brasilien.

An der Börse verloren die Aktien der Münchener Rück am Montag gut ein Prozent auf unter 130 Euro.

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