Die Münchener Rückversicherungs AG, -Gesellschaft der weltweit zweitgrößte Rückversicherer gemessen an den Bruttoprämieneinnahmen, hat ein weiteres Indiz dafür gegeben, dass das Jahr 2008 ein schwieriges für die Branche wird.
HB FRANKFURT. Die Schaden-Kosten-Quote im Unfallrückversicherungsgeschäft werde sich in diesem Jahr aufgrund fallender Preise bei Neuverträgen weiter verschlechtern, teilte das Münchener Unternehmen am Dienstag mit.
Im laufenden Jahr erwartet die Münchener Rück
die Schaden-Kosten-Quote in einer Größenordnung von 98 Prozent bei normalem Schadenverlauf, davon 6,5 Prozentpunkte für Naturgefahren. Im Jahr 2007 lag sie bei 96,4 Prozent , nach 92,6 Prozent im Jahr 2006. Mit der Schaden-Kosten Quote wird das Verhältnis zwischen Prämieneinnahmen und Aufwendungen für die Deckung von Ansprüchen bezeichnet. Je geringer die Quote, desto profitabler arbeitet der Versicherer.
Als Grund für die erhöhte Schaden-Kosten-Quote gab die Münchener Rück
moderate Preisrückgänge an. Darüber hatte die Münchener Rück
bereits im Januar informiert. Demnach führte die Erneuerungsrunde der Rückversicherungsverträge vom Januar zu einem Prämienrückgang bei dem zur Erneuerung anstehenden Geschäft von 4 Prozent . Der durchschnittliche Preisabrieb beim erneuerten Geschäft habe sich aufgrund stärkeren Wettbewerbs auf 2,8 Prozent belaufen, teilte der Rückversicherer damals mit.
Im Januar hatte die Münchener Rück
- die am Montag ihre Viertquartalszahlen 2007 vorlegen wird - auch angekündigt, dass die Raten für Neuverträge verglichen mit dem Vorjahr wohl stabil bis leicht geringer sein würden.
Der Anstieg der Schaden-Kosten-Quote 2008 sei nichts Dramatisches, sagte Konrad Becker, Analyst bei Merck
Finck. Auf die Aktie sollte sich das nicht auswirken. Den Anstieg 2007 nannte er angesichts relativ weniger Naturkatastrophen im vergangenen Jahr überraschend, wahrscheinlich resultiere er aus einigen von Menschen gemachten Vorfällen. Um 11.13 Uhr notierte das Münchener-Rück-Papier mit 0,5 Prozent im Minus bei 114,35 Euro.
Der Analyst eines französischen Börsenhändlers sagte, die höhere Quote 2008 liege im Rahmen der Prognosen, dass die Quoten sich in den kommenden Jahren verschlechtern werden. Rückversicherer, die traditionelle Versicherer absichern, die wiederum ihre Risiken verteilen wollen, kämpfen derzeit mit fallenden Quoten in ihrer Branche. Intensiverer Wettbewerb, starke Bilanzen der Erstversicherer und bescheidene Ansprüche aus Sturm- und Hurrikanschäden sowie Flugzeugabstürzen dämpfen unter den Erstversicherern die Nachfrage nach teuren Rückversicherungen.
Torsten Jeworrek, Boardmitglied der Münchener Rück,
sagte am Dienstag bei einer Investorenpräsentation, die Gruppe gehe von einem weniger ausgeprägten Sachversicherungsportfolio in den nächsten zwei Jahren aus und werde sich stärker auf die Profitabilität konzentrieren.
Laut Münchener Rück
sollen die gezeichneten Bruttoprämien bis zum Jahr 2010 um 3,5 Prozent auf 14,7 (14,2) Mrd. Euro wachsen. Initiativen zur Effizienzsteigerung, die 2007 gestartet worden waren, sollen zum Nettoergebnis 2010 mehr als 250 Mill. Euro beitragen.

