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19.04.2007 
Nischenfirma „Extremus“

Staatsgarantie für Terrorversicherer wackelt

von Rita Lansch

Der Terrorversicherer Extremus ringt um weiteren Beistand des Bundes: Ende des Jahres läuft die Beteiligung des Staates an der Attentats-Absicherung von Großunternehmen aus. Extremus warnt, ohne den Beistand aus Berlin würde der Deckungsnotstand wieder eintreten.

KÖLN. „Eine automatische Verlängerung gibt es nicht“, sagte ein Sprecher des Bundesfinanzministeriums (BMF) dem Handelsblatt. Aktuell würde auch nichts geprüft. „Ohne den Staat würde der Deckungsnotstand sofort wieder auftreten“, warnte jedoch Extremus-Chef Bruno Gas.

Extremus ist ein Jahr nach dem 11. September 2001 von 16 Versicherern gegründet worden, um die Sach- und Ausfallschäden in Folge eines Terroranschlags für Unternehmen versicherbar zu machen. Damals herrschte Deckungsnotstand, weil diese Risiken in der herkömmlichen Feuerpolice ausgeschlossen wurden. Die Versicherer weigerten sich, ein politisches Risiko ohne Staatsgarantie zu übernehmen.

Wie es weiter geht ist offen. „Wir haben bisher keine Signale der politischen Ebene“, so Gas bei Vorlage der Bilanz für 2006 am Donnerstag. Der Finanzminister ist offenbar sehr zurückhaltend. Sein Sprecher betonte, dass von Anfang an klar gewesen sei, dass die Beteiligung des Staates an der Terrorversicherung keine Dauerlösung sei. Es sei schließlich ungewöhnlich, dass der Staat sich auf dem Versicherungsmarkt engagiere. Die damaligen Argumente hätten jedoch für diese Ausnahmelösung gesprochen, weil sonst ein Marktversagen drohte.

Gas sieht die Gefahr zwar nach wie vor gegeben, andererseits spricht er aber auch von aufkommender Konkurrenz aus dem Ausland. Die sei jedoch weniger verlässlich als Extremus. "Die aktuelle Risikofreude kommt daher, dass es wenig gestürmt hat", meint Gas.

Ohne die staatliche Unterstützung würde Extremus auch heute noch große Schwierigkeiten haben, die zwei-Mrd.-Deckung auf dem internationalen Markt zusammen zu kriegen, machte auch Extremus-Vorstand Dirk Harbrücker deutlich. Bislang trägt der Versicherungsmarkt Terrorschäden bis zwei Mrd. Euro. Danach haftet der Staat noch mit acht Mrd. Euro. Die Gesamthaftung lag zuvor bei 13 Mrd. Euro. Doch weil die Nachfrage lahmte, wurde sie bereits enmal gekürzt.

Die Trendwende scheint jetzt erreicht:. „Erstmals können wir ein Wachstum melden“, freut sich Gas. Demnach wuchs die Zahl der Kunden 2006 um 51 auf 1 160 und der Umsatz um fünf Prozent auf 63 Mill. Euro. 30 Prozent davon fließen an den Staat. Mit dem Rest werden Rückversicherung, Reserven und Kosten gedeckt. Die Aktionäre bekommen 2,5 Prozent Dividende.

Nach wie vor sind nur knapp die Hälfte der im Deutschen Aktienindex notierten Unternehmen bei Extremus Kunde. Zum Teil haben sie sich im Ausland günstiger eingedeckt. Gas spürt denn auch den Konkurrenzdruck und will seinen Tarif erneut nachbessern. Das Konzept stellt sein Nachfolger Leo Zagel im Spätsommer vor, "so wir die Verlängerung der Staatshaftung bis dahin durch haben", sagt Gas. In anderen Ländern liefe die Zusammenarbeit mit dem jeweiligen Staat übrigens ohne Probleme. Die meisten Kunden von Extremus stammen aus der Immobilienbranche, gefolgt von Banken und Versicherern. So sorgt die Branche auch selbst für ein wenig Umsatz.

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