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11.06.2007 
Geschäftspraktiken kosten Millionen

Zurich zahlt hohe Buße

von Oliver Stock

Der Schweizer Versicherer Zurich Financial Services Group (ZFS) zahlt jetzt 171,7 Mill. Dollar wegen unerlaubter Geschäftspraktiken in den USA. Neben der Zahlung stimmten ZFS und andere Betroffene der Branche zu, mehr Transparenz in ihr Geschäftsgebaren zu bringen.

ZFS-Vorstandschef James Schiro will den Versicherer transparenter führen. Foto: dpaLupe

ZFS-Vorstandschef James Schiro will den Versicherer transparenter führen. Foto: dpa

ZÜRICH. Ein Unternehmenssprecher bestätigte die Zahlung dem Handelsblatt. Er betonte, dass mit der Zahlung der Schadenssumme und sämtlicher Gerichts- und Anwaltskosten allerdings kein Anerkenntnis irgendwelcher Schuld verbunden sei. Der Konzern hatte sich im vergangenen Jahr mit mehreren US-Bundestaaten auf einen entsprechenden Vergleich geeinigt und in seiner Bilanz vorgesorgt.

Der Vergleich stand am Ende einer branchenweiten Untersuchung von Kompensationen für Versicherungsmakler und Geschäftspraktiken beim Abschluss von Versicherungspolicen. Die US-Ermittlungsbehörden deckten dabei unerlaubte Absprachen zwischen Versicherungsmaklern und Versicherern auf. Sie sollen sich Kunden aufgeteilt und ihnen fingierte Angebote unterbreitet haben, so dass von vornherein klar war, welcher Kunde welchen Versicherer wählen würde.

Neben der Zahlung des Geldbetrags stimmten ZFS und andere Betroffene der Branche zu, mehr Transparenz in ihr Geschäftsgebaren zu bringen. So werden Vertreter und Makler angehalten, ihre Kunden über die Richtlinien der Gesellschaft für die Bezahlung von Provisionen zu informieren. Zu den Maßnahmen für mehr Transparenz gehören auch regelmäßige Berichte an die Behörden der Bundesstaaten. ZFS-Chef James Schiro hatte beim Abschluss des Vergleichs festgestellt: „Wir dulden keine Kompromisse in Bezug auf unsere ethischen Werte.“ Der Konzern sei bestrebt, „nach Aufdeckung unangemessener Verhaltensweisen konstruktiv mit Aufsichtsbehörden“ zusammenzuarbeiten.

Den Millionen-Betrag dürfte der Konzern ohne Schwierigkeiten begleichen können. Zurich Financial hat für das erste Quartal 2007 einen Reingewinn von 1,39 Mrd. Dollar ausgewiesen, 71 Prozent mehr als im Vorjahresquartal. Der Konzern, der in den vergangen Wochen an der Börse immer wieder als Übernahmekandidat gehandelt worden war, erhöhte darauf anlässlich seiner guten Ergebnisse die langfristige Zielgröße für die operative Eigenkapitalrendite von zwölf auf 16 Prozent. Schiro erteilte Spekulationen, Zurich sei ein Übernahmekandidat, eine Absage: Der Konzern sei in der Lage, die Zukunft alleine zu meistern.

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