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22.06.2007 
Suche nach Übernahmekandidaten

Talanx zögert mit dem Gang an die Börse

Talanx lässt sich Zeit mit dem Börsengang. Der Versicherungskonzern sucht lieber nach Übernahmekandidaten. Der Grund: Talanx hat einen Börsengang mit dem Kauf weiterer Versicherer verknüpft. Am Ende soll Talanx zu den drei profitabelsten der 20 größten Versicherer Europas gehören.

lie HANNOVER. „Für eine gute Equity-Story fehlt es noch an einem Alleinstellungsmerkmal. Das haben wir noch nicht voll erreicht“, sagte Vorstandschef Herbert Haas. Dass die Gruppe aus verschiedenen Erstversicherern und einer Beteiligung an der Hannover Rück von über 50 Prozent die aktuell gute Börsenlage verpassen könnte, fürchtet Haas nicht: „Die Börsenrally wird auch 2008 noch anhalten.“

Der Talanx-Konzern hatte einen Börsengang mit dem Kauf weiterer Versicherer verknüpft. Derzeit führe Talanx Gespräche über mehrere Aktivitäten in Europa, erklärte Haas. „An der BHW Lebensversicherung sind wir natürlich interessiert, wenn diese zum Verkauf steht“, ergänzte er. Über die Tochter PB Versicherungen arbeitet die Konzerngesellschaft HDI mit der Postbank zusammen. Diese Kooperation läuft 2008 aus und soll verlängert werden.

Mit dem Stand der Integration der Gerling-Gruppe ist Haas „sehr zufrieden“. Erstmals nannte er den Kaufpreis für dieses 2006 gekaufte Sach- und Lebensgeschäft. Einschließlich übernommener Verpflichtungen etwa für die Pensionsrückstellungen seien 1,4 Mrd. Euro aufgewendet worden. Hinzu kommen jedoch noch die Kosten für die Integration von 166,3 Mill. Euro für 2006 sowie ein „mittlerer zweistelliger Millionenbetrag“ in diesem Jahr und ferner die Aufstockung der Schadenrückstellungen bei Gerling um 124 Mill. Euro.

Die Konsolidierung des Gerling-Geschäftes für neun Monate ließ die Bruttoprämie 2006 um 26 Prozent auf 19,4 Mrd. Euro steigen. Ohne das Gerling-Geschäft betrug das Plus rund fünf Prozent. Dank dieses Wachstums und des Ausbleibens von Großschäden, besonders bei der Hannover Rück, schnellte das Konzernergebnis auf 393,7 (Vorjahr: 245,1) Mill. Euro hoch. Mit der Eigenkapitalrendite von 11,7 (8,0) Prozent ist Haas angesichts „von 14 Prozent bei der Münchener Rück“ nicht zufrieden. Sein Ziel: zu den drei profitabelsten der 20 größten Versicherer Europas zu gehören. Aktuell liege man im Mittelfeld. Für dieses Jahr erwartet er beim Vorsteuergewinn (Ebit) ein Plus von fünf Prozent. Die Beiträge würden nur um 1,4 Prozent auf 20 Mrd. Euro zulegen.

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