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16.07.2007 
Konkurrent für Ace

Glacier Re gründet Industrieversicherer

von Rita Lansch

Der Schweizer Rückversicherer Glacier Re startet nach Informationen des Handelsblatts einen international tätigen Industrieversicherer. Die neue Gesellschaft soll Glacier Insurance heißen, Chef wird Lothar Riedle. Geld spielt beim Unternehmensaufbau dem Vernehmen nach für Glacier keine Rolle.

DÜSSELDORF. Den Aktienmantel für den neuen Versicherer gibt es bereits in Liechtenstein. Chef wird Lothar Riedle, der kürzlich überraschend als Deutschlandchef des Industrie- und Rückversicherers Ace European Group zurückgetreten ist. „Ich werde Vorstandschef der Glacier Insurance“, bestätigte Riedle am Wochenende von seinem Urlaubsort aus.

Glacier Re ist Ende 2004 in der Nähe von Zürich gegründet worden. Geldgeber des neuen Versicherers sind Anleger-Legende George Soros und eine texanische Investorengruppe um den Hedge-Fonds HBK. Als Geburtshelfer fungierte der Londoner Großmakler Benfield. Das Startkapital betrug 300 Mill. Dollar. Für einen Rückversicherer ist das nicht viel, aber Glacier Re konzentriert sich auf Spezialgeschäfte wie Luftfahrt- und Katastrophendeckungen.

Das Kernteam besteht aus 20 Leuten. Die neue Gesellschaft tritt obendrein im gleichen Geschäftsfeld an wie Ace. Industrieversicherer bieten Unternehmen Versicherungsschutz, wie Feuer-, Haftpflicht- und Transportpolicen. Kunden sind die Versicherungseinkäufer der Wirtschaft.

Diese freuen sich auf den neuen Anbieter. Seit der zweitgrößte deutsche Industrieversicherer Gerling vor wenigen Jahren von seinem Konkurrenten HDI geschluckt worden ist, fehlt den Großkunden ein nennenswerter Versicherungsanbieter. Gerling war international gut aufgestellt. Das ist besonders für die weltweit tätigen Konzerne wichtig. Glacier will offenbar in diese Liga. „Wir werden in mehreren Ländern gleichzeitig starten“, heißt es aus informierten Kreisen. Operativer Sitz wird Köln. Kunden hoffen, dass der Anfang noch rechtzeitig zur Erneuerungssaison der Policen gelingt. Die beginnt im Herbst.

Geld spielt dem Vernehmen nach für Glacier keine Rolle. Aktionär Soros und die anderen Geldgebern sind ausgesprochen finanzstark, heißt es am Londoner Versicherungsmarkt. Soros will offenbar dem Beispiel von Warren Buffett folgen. Der kultige Milliardär hat den Reiz der Versicherung für Investoren schon vor Jahren erkannt. Mit der Berkshire Hathaway Gruppe und GenRe mischt er ganz oben im Weltmarkt mit.

Mit Riedle hat Glacier einen ausgewiesenen Fachmann gewonnen. Die Seite des Versicherers hat er neben Ace schon beim Industrieversicherer Gerling erlebt; die Kundenseite kennt der passionierte Segler aus seiner Zeit beim Veba Versicherungsdienst, heute Eon. Sein alter Arbeitgeber Ace hat Riedle ganz offenbar vergrault. Nach Ärger auf einer Kundenveranstaltung hatte die Muttergesellschaft ihren Deutschlandchef Anfang Mai nach Hause geschickt und interne Ermittlungen angestrengt. Keine zwei Wochen später war Riedle zwar unbeschadet zurück im Chefsessel. Doch Ende Juni hat er gekündigt.

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