Zwei der größten britischen Lebensversicherer, Resolution und Friends Povident, stehen in fortgeschrittenen Verhandlungen über eine Fusion, aus der ein Assekuranz-Konzern mit einem Marktwert von 8,3 Mrd Pfund entstünde. Informationen aus Finanzkreisen zufolge könnten die Gespräche, die bereits vor einigen Monaten begonnen haben, am Montag offiziell bestätigt werden. Mit ener endgültigen Einigung sei in den kommenden Wochen zu rechnen, heißt es.
LONDON. Resolution ist in den vergangenen Jahren rasant gewachsen. Das Unternehmen wurde erst 2003 vom heutigen Chairman Clie Cowdery gegründet. Resolution ist darauf spezialisiert, Lebensversicherungen von großen Anbieter zu übernehmen, die sich aus dem Geschäft zurückziehen. Im vergangenen Jahr landete Cowdery seinen bislang größten Coup, für 3,6 Mrd. Pfund übernahm er die Lebensversicherungssparte der Bank Abbey, die sich nach dem Verklauf an den spanischen Konkurrenten Santander aus dem Versicherungsgeschäft zurückziehen wollte. Durch die spektakuläre Abbey-Transaktion verdoppelte sich die Größe von Resolution quasi, und ebnete dem Versicherer den Aufstieg in den Aktienindex der 100 größten britischen Werte.
Mit dem Neuerwerb des Abbey-Geschäfts zementierte Resolution seinen Ruf als akquisitionsfreudigster britischer Versicherer. Nach dem rasanten Wachstum der vergangenen Jahre hat das Unternehmen sieben Millionen Kunden sowie ein investiertes Vermögen von 63 Mrd. Pfund angesammelt und hat sich zum sechstgrößten börsennotierten Lebensversicherer Großbritanniens mit einer Marktkapitalisierung von 4,3 Mrd. Pfund entwickelt.
Friends Provident kommt auf einen Börsenwert von 4,0 Mrd. Pfund. Der Versicherer hatte in jüngster Zeit mit Cash-Flow-Problemen und einer angespannten Bilanz zu kämpfen, Analysten halten deshalb einen Zusammenschluss mit Resolution für eine gute Idee.
Sollte es zur Fusion kommen, könnte dies nach Einschätzung von Experten der Auslöser für eine Übernahmewelle im britischen Lebensversicherungsgeschäft sein. Sowohl um Resolution als auch um Friends Provident ranken sich seit geraumer Zeit Übernahmespekulationen. Resolution soll in den vergangenen Wochen unter anderem mit Standard Life und dem zweitgrößten britischen Versicherer Prudential über einen Zusammenschluss gesprochen haben.
Im vergangenne Mai räumte Friends Provident ein, dass der US-Investor JC Flowers Interesse an einer Übernahme des britischen Lebensversicherers habe. Auch der französische Axa-Konzern soll an Friends Provident interessiert sein. Am Freitag stieg die Aktie des Versicherers um 7,6 Pence auf 186,4 Pence. Damit war Friends Provident der größte Gewinner im britischen FTSE-100-Index. Die Anteile von Resolution gewannen einen Pence auf 629 Pence.

