Der britische Versicherer Pearl hat im Kampf um die Übernahme des Konkurrenten Resolution einen vorentscheidenden Sieg errungen: Nach massiven Kursverlusten zog sich der schottische Versicherer Standard Life aus dem Wettbieten um Resolution zurück.
mm LONDON. Damit scheint der Weg frei für das Gebot von Pearl-Gründer Hugh Osmond über 720 Pence je Aktie in bar. Gestern notierte Resolution
an der Börse bei 707 Pence.
Osmond und der Gründer von Resolution,
Clive Cowdery, sind Erzkonkurrenten. 2004 hatte Cowdery einen lukrativen Markt entdeckt. Der Unternehmer begann, Lebensversicherungsbestände von Anbietern aufzukaufen, die kein neues Geschäft mehr machten. Resolution
erwarb immer mehr dieser Fonds und konnte dank der Größenvorteile die Kosten für die Abarbeitung der Policen deutlich senken. Ein Jahr nach Cowdery stieg auch Osmond in das lukrative Geschäft ein.
Im vergangenen Sommer wollte Cowdery Resolution
durch die Fusion mit dem Versicherer Friends Provident
in eine neue Größenordnung katapultieren. Doch Osmond hintertrieb den Plan, indem er ein Aktienpaket von 24 Prozent an Resolution
zusammenkaufte und ein Angebot für Cowderys Gruppe vorlegte. Dann stieg auch der schottische Lebensversicherer Standard Life
in den Bieterkampf ein und überbot mit 4,9 Mrd. Pfund vorübergehend die Offerte von Pearl. Doch Osmond schlug schnell zurück und legte 4,94 Mrd. Pfund für Resolution
auf den Tisch.
Jetzt steigt Standard Life
aus dem Bieterrennen aus. Die Schotten ließen wissen, dass sie sein Angebot, das zum Teil auf einem Aktientausch basiert, nicht mehr aufstocken werden. Eine Erhöhung lasse sich derzeit nicht vor den Aktionären rechtfertigen. Die Aktie der Schotten war in den vergangenen Tagen unter massiven Druck geraten. Am vergangenen Freitag war die Standard-Offerte deshalb nur noch 690 Pence wert und lag damit weit unter dem aktuellen Kurs der Resolution-Aktie.

