Die Kunden des deutschen Terrorversicherers Extremus dürfen auf günstigere Beiträge hoffen. Der Spezialversicherer hat seinen Tarif überarbeitet, um international wettbewerbsfähig zu sein. Er hofft so, die Abwanderung von Großkunden an ausländische Versicherungsmärkte zu stoppen und neue Kunden zu gewinnen.
KÖLN. „Fünf große Kunden haben wir bereits zurückgeholt“, sagte Extremus-Chef Leo Zagel am gestrigen Dienstag in Köln „und wir verhandeln mit weiteren.“ Er reagiert damit auch auf das jüngste Tauziehen um die Staatshaftung für Extremus. Der Bund hatte sie wegen enttäuschend geringer Nachfrage bis vor zwei Wochen noch infrage gestellt.
Jetzt haftet die Bundesregierung zumindest für weitere zwei Jahre für Terrorschäden oberhalb einer Größe von zwei Mrd. bis maximal acht Mrd. Euro. Die unteren zwei Mrd. Euro deckt Extremus mit seinen Rückversicherern allein. 2007 hat der Spezialversicherer dafür 61,4 Mill. Euro an Beiträgen eingenommen. 2008 sollen es trotz des neuen Tarifs 70 Mill. Euro werden. Schäden gab es bisher keine.
Die Extremus Versicherungs-AG ist nach den Anschlägen auf das World Trade Center in New York von deutschen und internationalen Versicherern gegründet worden. Damals hatten alle Versicherer Terrorrisiken sofort aus ihren Policen ausgeschlossen. Die Staatshaftung verhalf Extremus zum Durchbruch, und die übrigen Versicherer erklärten sich bereit, unterhalb von 25 Mill. Euro Versicherungssumme, Terrorschäden wieder in ihre normalen Feuerpolicen einzubeziehen.
Extremus hat heute rund 1 200 Kunden; das Potenzial schätzt Zagel jedoch auf weit mehr: „Die Unternehmen unterschätzen vielfach ihre Terrorgefahr.“ Die meisten Kunden stammen aus dem Immobilienbereich, weil hier Investoren und Banken auf Absicherung des Terrorschutzes drängten.
Um die Preise attraktiver zu gestalten, hat Extremus sie nach Gefährdungsregion und -art gestaffelt. Den höchsten Preis zahlen demnach Großflughäfen und Bahnhöfe im Zentrum der Großstädte. Die Terrorversicherung für einen Büroturm in Frankfurt-City würde etwa 200 000 Euro kosten, sagte Extremus-Vorstand Dirk Harbrücker. Der internationale Markt ist offenbar nicht wesentlich günstiger, heißt es. Vorteilhaft sei außerdem, dass die Terror-Definition von Extremus auf die der deutschen Feuerversicherung abgestimmt sei. Außerdem könne der Londoner Markt keine Deckungssummen über eine Mrd. Euro anbieten.
Die Kunden honorieren die neue Flexibilität von Extremus offenbar: „Wir haben unsere TerrorDeckung bei Extremus auf zwei Jahre verlängert“, bestätigt Hans Jörg Schill, Chef des Versicherungsvermittlers der Fraport AG dem Handelsblatt.

