Erstmals kauft sich eine chinesische Versicherung in Europa ein. Der Finanzkonzern Ping An Insurance hat rund 4,2 Prozent am belgisch-niederländischen Finanzkonzern Fortis
übernommen und sich das einiges kosten lassen.
PEKING Der Anteil, der bis zu 4,99 Prozent erhöht werden darf, wurde für 1,8 Mrd. Euro über die Börsen in Amsterdam und Brüssel gekauft. Fortis
sei darüber informiert gewesen, teilte Ping An am Donnerstag mit.
Der zweitgrößte chinesische Lebensversicherer setzt damit die jüngste Einkaufstour der chinesischen Finanzbranche im Ausland fort. Bislang wurden rund 17 Mrd. Dollar in ausländsiche Anteile investiert, unter anderem in Anteile bei der britischen Barclays
Bank und der südafrikansichen Standard Bank Group. Auch Branchenführer China Life erklärte gestern, man plane einen strategischen Zukauf auf dem europäischen oder auf dem US-Markt.
Analysten erwarten weitere Zukäufe chinesischer Anbieter auf den internationalen Finanzmärkten. "Ich rechne damit, dass sich in nächster Zeit weitere Banken und Versicherungen aus China an Firmen im Ausland beteiligen“, so Ivo Naumann von der Beratungsgesellschaft Alix Partners Asia in Schanghai.
Bereits im Mai hatte die neue staatliche Investmentbehörde einen Drei-Milliarden-Dollar-Anteil an Blackstone erworben. Im vergangenen Monat teilte die Industrial and Commercial Bank of China
mit, sie wolle für 3,9 Mrd. Euro einen 20-prozentigen Anteil an der südafrikanischen Standard Bank Group übernehmen.
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